Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.05.2019


Test

Peugeot 5008 GT: Schick, schnell und schaltfreudig

Recht gut ausgestattet, angenehm motorisiert und erfreulich variabel – so stellt sich der Peugeot 5008 als GT dar. Eine Fahrfreude versprechende Überraschung verbirgt er außerdem im großen Kofferraum.

Abgedunkelte Seitenscheiben hinten und ein Übermaß an Chrom-Applikationen tragen zu einem stattlichen Auftritt des Peugeot 5008 GT bei.

© Abgedunkelte Seitenscheiben hinten und ein Übermaß an Chrom-Applikationen tragen zu einem stattlichen Auftritt des Peugeot 5008 GT bei.



Von Markus Höscheler

Innsbruck – In Deutschland sind sie ein ganz großes Thema, in der Bundeshauptstadt Wien ebenso: die e-Scooter, also elektrische Roller. Genau so ein Ding verbarg sich, zusammengefaltet und mit einer Docking Station verbunden, im Ladeabteil des Testwagens Peugeot 5008 GT. Mit dem wollten wir uns rasch anfreunden, zumal wir jetzt neugierig waren. Der e-Kick, zusammen mit der Ladestation einem Wert von annähernd 2000 Euro entsprechend, entpuppt sich als verhältnismäßig schwer, aber sehr leicht entfaltbar. In Betrieb geht er einfach, wenn der Nutzer aktiv den ersten Schritt, pardon Tritt, macht. Ähnlich wie bei vielen E-Bikes benötigt der e-Kick Impulse des Menschen, um mit dem E-Motor Beschleunigungshilfe geben zu können. Bis zu 25 km/h schnell kann der Tretroller sein, bis zu zwölf Kilometer Reichweite bietet das Modell an. Empfehlenswert ist der e-Kick dort, wo wir legalerweise mit dem Peugeot 5008 nicht mehr fahren dürfen – er ist damit eine in Betracht zu ziehende Mobilitätserweiterung.

Bei aller Wertschätzung des e-Kick – noch mehr Freude hatten wir mit dem ihn beherbergenden „Mutterschiff“, dem 5008. Das Midsize-SUV punktet mit attraktiver Formensprache, variabler Raumnutzung (bis zu sieben Sitzplätze, bis zu 1,94 Kubikmeter Laderaum) und einer überzeugenden Ausstattung, vor allem in der GT-Ausführung. Ins Auge stechen hier beispielsweise das volldigitale Instrumentarium, das sich zum Teil individuell konfigurieren lässt. Es thront regelrecht auf dem Armaturenbrett, der Blick geht folglich über das kleine Lenkrad hinweg. Damit hatten wir nicht die geringste Mühe, mit der passablen Sitzeinstellung jedoch schon. Die recht straffe Polsterung verdient gleichwohl eine Empfehlung, die Lordosenstütze benötigte jedoch immer wieder unsere Aufmerksamkeit. Aber zugegeben: Auf der Langstrecke zeigte sich das Mistral-Nappa-Leder von einer ausgesprochen rückenfreundlichen Seite.

Eine pikante Freudenquelle sprudelte unterhalb der Motorhaube: Dort gab ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbodiesel sein Bestes – und das war beeindruckend genug: 177 PS, ein Nenndrehmoment von 400 Newtonmetern, anliegend ab 2000 Umdrehungen/Minute. Die Energie war gedacht für die Vorderräder, in den Kraftfluss mischte sich eine Achtgangautomatik ein. Die agierte unauffällig, gelegentlich (bei Berg- und Talfahrten) empfahl sich der Wechsel auf den Sportmodus, um höhere Drehzahlen zu ermöglichen. Mit Schaltwippen bestand außerdem die Möglichkeit, die Stufenwahl im Sinne des Fahrers zu beeinflussen. Unterm Strich verhielt sich der Selbstzünder so, wie es sich ziemt: hohe Laufkultur, gut am Gas hängend, ausreichend Durchzugskraft, gehemmt allenfalls beim Verbrauch (7,2 l/100 km im TT-Test). Die Lenkung, nur so nebenbei erwähnt, arbeitet bei hohen Tempi ziemlich präzise, das Fahrwerk wählt den Mittelweg zwischen komfortabel und straff.

Nicht ganz so kompromissbereit war das Infotainmentsystem. Die Verknüpfung mit dem Smartphone, die Darstellung auf dem Touchscreen und die Akustik verdienten einerseits Pluspunkte, andererseits gibt es Veränderungspotenzial: Eingehende Anrufe werden nur numerisch (nicht namentlich) angezeigt, bei jedem Neustart des Fahrzeugs „vergisst“ der 5008, dass bei der Fahrt zuvor ein Podcast aktiv war. Stattdessen „verwöhnt“ uns das Auto mit einem lokalen Radiosender, abhängig von der Region und der Gunst der Firmware.

Die überreichlich bestückte GT-Version des 5008 ist ab 45.100 Euro zu haben – Fürsprecher für diese Anschaffung sind unter anderem 19-Zoll-Alufelgen, spezielle Innenraum-Dekors und Alcantara-Bezug. Ebenfalls serienmäßig Eingang (bereits Bestandteile unterer Ausstattungsniveaus) finden Full-LED-Scheinwerfer, Zweizonen-Klimaautomatik und das Peugeot-Connect-Navigationssystem.