Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.05.2019


Test

Acht von neun Crashautos mit Bestnote

Beim jüngsten Euro-NCAP-Crashtest gab es durchwegs hervorragende Ergebnisse – selbst das „schwarze Schaf“ schnitt gut ab, sogar mit Aussicht auf ein noch besseres Resultat.

Viel kaputt, trotzdem sehr sicher: Mazda3, Renault Clio und VW T-Cross.

© Euro-NCAPViel kaputt, trotzdem sehr sicher: Mazda3, Renault Clio und VW T-Cross.



Wien – Das Erscheinungsbild der Prüflinge konnte nicht unterschiedlicher sein: Zum Euro-NCAP-Crashtest im April und im Mai traten Kleinwagen ebenso an wie ein elektrisch angetriebenes Oberklasse-Sport-Utility-Vehicle. Kompaktwagen mussten sich den strengen Anforderungen ebenso stellen wie hochbauende SUV. Und doch gab es wenig Grund zur Klage, wie einer ÖAMTC-Pressemitteilung von dieser Woche zu entnehmen ist: „Alle Modelle sind im aktuellen Crashtest sehr sicher“, fasste Technik-Profi Max Lang zusammen. „Kleine Schwächen gibt es vorwiegend in den Bereichen Fußgänger-/Radfahrerschutz und Sicherheitsassistenten.“

Aus dem Neuner-Team, das sich zu bewähren hatte, stach ein Modell hervor: der C5 Aircross von Citroën. Hier stellten die Prüfer einen Mangel bei den Fahrerassistenzsystemen fest. „Gegen Aufpreis bekommt man ein Kamera-Radar-System, das auch Radfahrer detektiert – und nur damit gibt es auch fünf Sterne im Crashtest“, berichtet Lang. Da die Basisversion des C5 nicht mit diesem System (Safety Pack) bestückt ist, muss das französische Kompakt-SUV mit vier von fünf maximal möglichen Crashtest-Sternen vorliebnehmen.

Das restliche Feld war noch erfolgreicher – die acht verbliebenen Modelle heimsten jeweils fünf von fünf erhältlichen Sternen ein. Zu den Musterschülern zählen das Batterieauto e-tron von Audi, der UX von Lexus, der Kompaktwagen Mazda3, die zweite Generation des Range Rover Evoque, die beiden Toyota-Neuheiten Corolla und RAV4, der T-Cross von VW und der Clio von Renault.

In der Kategorie Erwachsenensicherheit zeigte vor allem der Mazda3 seine Stärken – er kam auf 98 Prozent, so viel wie kein anderes Modell. Den geringsten Prozentsatz erzielte der C5 Aircross, wenngleich er mit 87 Prozent immer noch ordentlich abschnitt.

Bei der Kindersicherheit trumpfte der Renault Clio auf – mit einem Wert von 89 Prozent. Allzu groß war der Vorsprung auf die Mitstreiter allerdings nicht, denn diese schlossen mit 85 bis 87 Prozent ab. Bei der Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer gibt es eine breitere Streuung, hier heben sich nach oben vor allem die beiden Toyota-Modelle von den Mitbewerbern ab. Beim Rest sehen die Prüfer Verbesserungspotenzial, etwa bei der Gestaltung der A-Säulen.

Bei den Fahrerassistenzsystemen gibt es derzeit viel Bewegung: Hier lobt der ÖAMTC die Hersteller dahingehend, dass immer mehr Modelle bereits ab Werk mit einigen Systemen bestückt sind. „Dass dieser Weg der richtige ist, zeigt sich an der Wertung des Citroën C5 Aircross mit bzw. ohne Saftey Pack“, ergänzt Lang. „Dass die Technik funktioniert und Unfallzahlen und -schwere reduzieren kann, zeigen Tests immer wieder.“ Gefordert seien die Unternehmen allerdings bei der Preisgestaltung, das hohe Sicherheitsniveau müsse tarifverträglich sein, verlangt der ÖAMTC. (hösch)




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