Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.07.2019


Test

Neuer Transporter: Opels genialer Würfel heißt Combo

Opel hat seinen Hochdachkombi Combo Life auf eine neue Plattform mit zwei verfügbaren Radständen gestellt. Das Ergebnis ist die modernste Interpretation seiner Gattung: Raum wie im Transporter, Fahren wie im Pkw.

Der Combo Life paart gefälliges Kombidesign mit dem Hirnschmalz der Konstrukteure.

© Reinhard FellnerDer Combo Life paart gefälliges Kombidesign mit dem Hirnschmalz der Konstrukteure.



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Der Konzernwechsel von Opel weg von General Motors hin zum französischen PSA-Konzern scheint den Rüsselsheimern so richtig gutzutun. Der Blitz glänzt mit jeder Modellpräsentation immer mehr. Neuheiten wie der Grandland X oder der Corsa machen Lust auf die Zukunft. In diese reiht sich nun auch der neue Combo Life ein: ein Hochdachkombi modernster Interpretation, der sich die technischen Gene mit den gerade vorgestellten Konzern­brüdern von Citroën und Peugeo­t teilt.

Bemerkenswert schon die Karosserie. Sie wird in zwei Längen (4,4 und 4,75 Meter) angeboten. Durch Raumökonomie fasst der Kofferraum nun schon bei der Normalversion 597 Liter bis 2216 Liter. Im Inneren des Hochdach-Kombis kann man so nicht nur Fahrräder stehend schlichten, sondern die dreigeteilten Rücksitze auch kinderleicht per Handzug auf eine Ebene klappen. Das geht derzeit nirgendwo besser. Ausgereift auch die praktischen Schiebe­türen, welche sich mit elektrisch versenkbaren Scheiben von der Konkurrenz absetzen und in den Herzen aller Kinder sind. Die dürfen übrigens auch all ihren Krimskrams auf Ausflüge mitnehmen. So hat es Opel geschafft, dem Combo nicht weniger als 28 Ablagen mit insgesamt 186 Litern Stauraum angedeihen zu lassen.

Zum TT-Test zeigte die Top-Variante „Innovation“ ihre Praktikabilität und verwöhnte den Nachwuchs gleich auch noch mit seitlichen Sonnenrollos und Klapptischchen. Verwöhn­ambiente bietet aber auch das Cockpit. Dieses ist nach modernsten Gesichtspunkten gestaltet und mit hochgestellten Elementen wie Bildschirm oder Schaltknüppel ein Muster an Bedienungsfreundlichkeit.

Vorne ein Cockpit auf aktuellem Pkw-Niveau...
Vorne ein Cockpit auf aktuellem Pkw-Niveau...
- Reinhard Fellner

Auch sonst erlaubt sich der gut gemachte Combo keinerlei ergonomische Patzer – auch die nicht allzu großzügig geschnittenen Sitze erwiesen sich als fernreisetauglich.

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Komfortabel geht es im Combo aber ohnehin zu. So erfreut der Kombi mit wirklich ausgezeichnetem Federungskomfort. Beim Fahren merkt man indes, dass der neue Combo nicht auf einer Nutzfahrzeugbasis, sondern auf der PSA-Pkw-Plattform EMP2 steht. Diese wird beispielsweise auch für die SUV Opel Grandland X oder Peugeot 5008 verwendet und verleiht dem Combo Pkw-artige Präzision und Stabilität beim Fahren.

...hinten Platz und Variabilität ohne Ende.
...hinten Platz und Variabilität ohne Ende.
- Reinhard Fellner

Müßig zu erwähnen, dass der neue Combo auch allerlei Assistenzpakete an Bord hat. Viel wichtiger für die meisten Käufer ist in der Praxis aber wohl, dass sich der getestete 102-PS-Diesel als schön kultiviert, sparsam (6,1 Liter) und schon sauber nach Euro 6d-Temp präsentierte. Völlig ausreichend für den Alltag. Speziell für die längere XL-Version könnte jedoch der stärkere 130-PS-Diesel mit enger abgestuftem Sechsganggetriebe interessant sein, der sich im TT-Test der Langversion als äußerst überzeugende Antriebseinheit bei vergleichbarem Verbrauch präsentierte. Kurzstreckenfahrer dürfen hingegen ruhig zum noch relativ frischen und wohlfeilen Dreizylinder-Benziner mit 110 PS schielen.

So und so erwirbt man ab 21.350 Euro einen Alltagshelden mit Pkw-Attributen, dem eine angenehme Unbeschwertheit im Wesen liegt.




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