Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.08.2019


Test

Mazda3: Stufig schneiden auf Japanisch

Schlank und schlicht: Mit dem neuen Mazda3 als Stufenheck oder Sedan beweisen die Japaner, dass kompakte Limousinen Potenzial haben, ganz ohne dick aufzutragen.

Die Formensprache ist klar: Mit dem neuen Mazda3 Sedan will man sich nicht verstecken.

© ZollerDie Formensprache ist klar: Mit dem neuen Mazda3 Sedan will man sich nicht verstecken.



Von Gregor Zoller

Flaurling – Klassisch in der Grundidee, modern und zeitgemäß in der Ausführung. Der neue Mazda3 macht schon etwas her. Das Außendesign drängt sich dem Betrachter nicht auf, es schreit nicht danach, bemerkt zu werden.

Aber wer ein Auge dafür hat, wird es sehen: das Understatement. „Kodo-Design“ nennt Mazda seine Linienführung seit einigen Jahren. Das steht sinngemäß für „Seele der Bewegung“. Wem das jetzt zu esoterisch wirkt, der sei versichert: Das Auto macht sich auch ganz nüchtern und pragmatisch betrachtet gut im Alltag.

Dabei passt es in eine Nische, die oft übersehen wird: die Kompaktlimousinen. Zwar haben doch einige Marken Derartiges im Programm, doch meist treten diese kaum aus dem Schatten ihrer Schrägheck-Brüder. Doch zu Unrecht. Denn diese Modelle vereinen gewissermaßen zwei Welten: den kleinen Kompakten mit der großen Limousine. Freilich ist da ein Kompromiss dabei, aber der ist es wohl wert, eingegangen zu werden.

Nun aber zurück zum 3er: Außen wie auch innen haben die Designer also für Klarheit der Linienführung gesorgt. Ebendiese Linien sorgen in zweiter Sitzreihe für etwas eingeschränkte Kopffreiheit für Großgewachsene.

Wenig Einschränkungen bringt die Serienausstattung mit sich. So ist das Basispaket Comfort nicht gerade mager: digitaler Tacho, Head-up-Display, damit der Blick auch sicher auf der Straße bleiben kann, Notbremsassistent, Einparkhilfe, Spurwechsel- und Spurhalte­assistenten, Fahrdynamikregelung sorgen für ein solides Allroundpaket. Auch am 8,8-Zoll-Bildschirm des Infotainment-Systems herrscht eine beruhigende Aufgeräumtheit. Die Menüführung mit dem Dreh-Drück-Knopf („HMI Commander“) mag anfang­s ungewohnt sein, ist aber nach kurzer Eingewöhnungs­zeit erstaunlich intuitiv.

Der 116-PS-Diesel erfüllt die strenge Abgasnorm Euro 6d-TEMP, somit spielen auch sämtliche Diesel-Fahrverbote in deutschen Großstädten keine Rolle. Bei niedriger Drehzahl würde man der Maschine etwas mehr Druck wünschen, doch einmal auf Touren läuft die Sache dann rund. Für mehr Drehfreude gibt’s den 3er auch als Benziner. Später im Jahr kommt dann noch der „Skyactiv-X“, ein selbstzündender Benziner. Der verspricht die optimale Kombination aus beiden Welten zu sein.

Wer nicht warten will: Den Stufenschnitt auf Japanisch gibt’s jetzt schon ab 27.890 Euro beim Mazda-Händler.