Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.10.2019


Test

Neuer Mazda 3: Außergewöhnliche Sparmethoden

Skyactiv-X: Im frisch gemachten Mazda3 debütiert eine neue Motoren-Generation, die Benziner- und Diesel-Verbrennungstechnik kombiniert.

Mazda3 Skyactiv-X180: Erweiterung der Antriebspalette um den „Diesotto“ oder „Biesel“, der Benzin- und Diesel-Technik kombiniert.

© WerkMazda3 Skyactiv-X180: Erweiterung der Antriebspalette um den „Diesotto“ oder „Biesel“, der Benzin- und Diesel-Technik kombiniert.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Sofia – Mazda ist einer jener vergleichsweise kleinen japanischen Hersteller, die sich mit konsequenter Eigenwilligkeit gegen den Mitbewerb behaupten. Abgesehen von der preisgekrönten Design-Eigenständigkeit, siehe die dritte Generation des 3ers, sowie der feinsinnigen Fahrwerksinterpretations- und Ausstattungs-Philosophie geht man auch motorentechnisch individuelle Wege. Eine Absage erteilt hat die Marke mit Sitz in Hiroshima dem forcierten Aggregate-Downsizing sowie der Zylinderreduktion. Kleinster Antrieb ist derzeit ein 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel. Was die Ottos betrifft, es sind Zweitliter, bleiben die Entwickler dem Sauger-Prinzip treu. Auch der neueste Benziner kommt ohne Zwangsbeatmung aus. Dafür kombiniert er Benzin- mit Diesel-Verbrennungstechnik. Es soll ein breites nutzbares Drehzahlband mit der Effizienz eines Selbstzünders verknüpft sein. Eine der Grundlagen dafür ist ein hohes Verdichtungsverhältnis. Es liegt im Vierzylinder bei 16,3:1. Eine Zündkerze verbleibt dennoch, für jene Übergangssituationen, in denen das Entflammen des – mageren – Gemischs nicht möglich ist, und sie dient ebenso zum Aufbauen der für die Selbstzündung erforderlichen hohen Kompression in der Brennkammer. Kombiniert ist das mit einem 24-Volt-Mildhybridsystem. An Leistung schauen dabei 180 PS und 224 Nm Maximaldrehmoment (bei 3000 U/min.) heraus. Davon verspricht man sich einen Normmixverbrauch à la Diesel. Die technischen Daten weisen 5,4 Liter pro hundert Kilometer nebst einem CO2-Wert von 122 g/km (lt. WLTP) aus. Allradantrieb kann auch ein Thema sein, sowohl für den Dreier als auch für den neuen CX-30, der ebenfalls mit dem neuen Aggregat zu haben sein wird.

Identifizierbar ist der Benzin-Verbrenner nach Diesel-Prinzip an der Typenbezeichnung „Skyactiv-X 2.0 M Hybrid“. Mazda hat zur Bezeichnung der Technik das Kürzel SPCCI parat, das steht für „Spark Controlled Compression Ignition“ (Zündkerzen-gesteuerte Kompressionszündung). Griffiger klingen die Wortschöpfungen „Diesotto“. Oder auch, wenn klargestellt sein soll, dass es in erster Linie ein Benziner ist: „Biesel“.

Wie Spritdurst-reduzierend es sich im Mazda3 bieselt, war unter wechselnden Wetterbedingungen in und rund um die bulgarische Hauptstadt Sofia erfahrbar. Eingedenk der vorausgeschickten Erklärung, dass es sich weniger um ein scharfes Sport-, sondern um ein geschmeidiges Alltags-Aggregat handelt, verzichteten wir anfangs auf Ampelstart-Konfrontationen. Doch reicht der Antritt im wuseligen Verkehr der bulgarischen Hauptstadt locker für jegliches flotte Manöver aus. Einmal auf der Landstraße angelangt, fördert die geschmeidige Leistungsentfaltung das Kurvensurfen, im Verein mit knackiger Fahrwerks- und präziser Lenkungsabstimmung. Das Aggregat dreht hurtig hoch, bis knapp an die 7000-Touren-Marke, klingt im höheren Drehzahlbereich – im Hintergrund – angenehm kernig, dabei gar nicht dieselig (dem Sounddesign wurde akribisches Augenmerk geschenkt). Nach rund 200 Kilometern der alle Schikanen bietenden Teststrecke (inklusive zähem Stadt-Stau) vermeldete der Bordcomputer einen Durchschnittskonsum von 6,2 Litern.

Der Preis: ab 26.990/28.990 Euro (Hatchback/Limousine mit Allradantrieb). Der CX-30 als Skyactiv-X180 kostet ab 28.890 Euro.

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