Letztes Update am Sa, 07.07.2012 16:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Akademie, FC Wacker und Wattens rücken zusammen

Balanceakt zwischen aggressivem Scouting-System und begrenztem Arbeitsmarkt – Tirols Fußballakademie setzt auf verstärkte Zusammenarbeit.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Wenn in Tirol ein Fußballtalent den Weg zum Profi schaffen will, dann führt an der Akademie fast kein Weg vorbei. Wobei man zur Tiroler Fußballakademie feststellen muss, dass damit ein vom Tiroler Fußballverband geführtes Konstrukt mit Sitz am Flughafen steht. Nämlich ein Kunstrasenplatz mit Allzweckgebäude und Nutzungsmöglichkeit der USI-Rasenplätze. Drei Nachwuchs­teams (U15, U16, U18) als Spitze der TFV-Nachwuchsschiene sollen die Buben zum Profifußballer führen. „Die Erwartungshaltung ist einfach zu groß. Auch bei den Eltern. Man muss bedenken, dass in Österreich zwölf Akademien geführt werden. Pro Jahr gibt es in jeder zehn bis 15 Abgänger, aber der Markt an Profifußballern in ganz Österreich ist mit 400 begrenzt“, verweist TFV-Präsident Sepp Geisler auf die Poblematik der Talenteschiene. Um noch effizienter aus- und weiterbilden zu können, ist es Geisler ein Anliegen, noch enger zusammenzurücken: „Damit meine ich die Akademie, den FC Wacker und die WSG Wattens. Mit Kaspar Plattner und Werner Haim bin ich in positiven Gesprächen. Umgesetzt muss es dann von den sportlichen Führungen werden.“

Das Akademie-Führungspersonal bleibt das gleiche. Helmut Lorenz als Leiter, Stefan Landauer (U15), Alois Schönherr (U16) als Trainer, neu hinzu kommt Michael Kopf als U18-Caoch. Der Voralberger arbeitete zuletzt als Profitrainer bei Grasshoppers Zürich im Nachwuchsbereich. „Er wurde verpflichtet, weil er sich beworben hat und alles für ihn gesprochen hat“, erläuterte Helmut Lorenz.

Womit die Akademieverantwortlichen noch zu kämpfen haben? „Das Scouting-System gerade im Nachwuchsbereich wurde noch aggressiver“, so TFV-Vizepräsident Adi Stastny, der für die Akademiebe­lange verantwortlich ist. Red Bull sondiert zum Beispiel akribisch den Markt und wenn ein deutscher Bundesligist anklopft, dann ist der Wechsel nicht zu verhindern. Jüngstes Beispiel – ÖFB-Nachwuchs­teamspieler Michael Lercher wurde von Werder Bremen geholt. Alessandro Schöpf und Stefan Hager sind schon beim FC Bayern, Michael Rauth in Kaiserslautern. „Das sind andere Dimensionen. Wir müssen der Wahrheit ins Auge schauen. Da sind wir nicht konkurrenzfähig. Unsere Klubs haben nicht die finanziellen Mittel, Talente schon sehr früh mit Verträgen auszustaten“, sieht Geisler die momentane Lage realistisch. Für Helmut Lorenz zugleich Auftrag, die Voraussetzungen und Möglichkeiten in der Tiroler Ausbildungsschiene noch weiter zu verbessern: „Wenn wir die Buben und Eltern überzeugen können, dass das beste Umfeld für die Entwicklung zum Profi dort ist, wo sie daheim sind, dann sind wir auf dem richtigen Weg.“




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