Letztes Update am Sa, 12.05.2012 22:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Der ganz normale Wahnsinn

Der Aufstiegsverzicht vom Spitzenduo Reichenau und Imst ist amtlich. Es wird somit voraussichtlich vier Absteiger aus der UPC Tirol Liga geben. Ein Unterhaus-Tohuwabohu.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Die Hoffnung der abstiegsbedrohten Tiroler Liga­ Klubs (Absam, Kematen, St. Johann, mit Abstrichen auch Kitzbühel und Kolsass), dass es neben Axams nur zwei weitere und somit insgesamt drei Absteiger diese Saison geben wird, dürfte sich in Luft auflösen. Das Spitzenduo SVG Reichenau und SC Imst reicht nach Vorstandsbeschlüssen den Aufstiegsverzicht beim Tiroler Fußballverband ein, auch die drittplatzierten Völser­ werden den freiwerdenden Aufstiegsrang ebenso wenig wahrnehmen wie z. B. der SC Schwaz.

Von der Westliga kommen­ die Haller Löwen und auch die Union herab, die selbst beim sportlichen Klassen­erhalt auf eine weitere Teilnahme­ in der Regionalliga per Erklärung verzichten wird! Zwei weitere neue Plätze in der UPC Tirol Liga nehmen ja automatisch die beiden Landesliga-­Meister (aus Ost und West) in Anspruch. Und angesichts dieser angespannten Konstellation fällt auch ein TFV-Statut ins Wasser, das besagt, dass bei mehr als drei Absteigern aus der UPC Tirol Liga die Relegation der beiden Landesliga-Zweiten automatisch ausfallen wird. Jetzt wird wahrscheinlich sogar­ Insidern schwindlig.

„Der Abstiegskummer der letzten Saison war kleiner als die nunmehrigen Aufstiegssorgen. So sehr der Fußball von Emotionen lebt, diese Entscheidung war ausschließlich auf rationaler Ebene zu treffen“, führte Reichenau-Obmann Gernot Amoser in der Verzichtserklärung neben wirtschaftlichen Aspekten auch die unklare Zukunft der Regionalliga West – der TFV hat die Liga gegenüber Vorarlberg und Salzburg ja aufgekündigt – ins Treffen. Zudem genießt der aktuelle Tabellenführer der UPC Tirol Liga sein Dasein vor begeisterndem Heimpublikum, dem die RLW nicht zu fehlen scheint. Das Team soll gehalten werden.

Imst-Obmann Harald Schwab führt idente Beweggründe wie Funktionärskollege­ Amoser ins Treffen: „Der Hauptgrund für den Aufstiegsverzicht ist finanzieller Natur. Außerdem könnte ein Drittel unser derzeitigen Spieler den Weg in einer höherklassige Liga nicht mitgehen.“ Wie die Reichenauer­ wollen aber auch die Imster weiterhin eine­ titelfähige Truppe stellen.

Aufsteiger Völs, derzeit Dritter, wischte auf Nachfrage beim sportlichen Leiter Rene Deutsch („Wir würden uns geschaffene Strukturen bei einem Aufstieg nur kaputt machen“) ein Nachrücken ebenso vom Tisch wie Schwaz-Obmann Peter Angerer­: „Wenn wir Meister wären, würden wir aufsteigen. Im Zuge von Verzichtserklärungen­ ist der Aufstieg für uns aber keine Alternative.“ Die Diskussions­foren an diversen Unterhaus-Stammtischen werden in dieser Causa mit Sicherheit heißlaufen.

Trainerwechsel: Aus sportlicher­ Sicht kommt es bei der Reichenau in der neuen Saison auch zu einem Wechsel­: Weil sich Langzeitcoach Thommy Lenninger nach langen Jahren beim rotschwarzen Kultklub ab Sommer­ einer fußballerischen Schaffenspause widmen will, rückt Sparten- und Individualcoach Florian Schwarz mit 35 Lenzen auf den ersten Trainer­posten vor.




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