Letztes Update am So, 09.07.2017 13:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schwäbische Alb

Höhlen der ältesten Eiszeitkunst zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt

Die Höhlen rund um Blaubeuren in Baden-Württemberg wurden am Sonntag von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. In ihnen wurden unter anderem die ältesten figürlichen Darstellung eines Menschen gefunden.

Im Hohlen Fels werden immer wieder spektakuläre Funde gemacht.

© dpa Im Hohlen Fels werden immer wieder spektakuläre Funde gemacht.



Krakau - Die Höhlen der ältesten bekannten Eiszeitkunst im deutschen Bundesland Baden-Württemberg sind in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Das gab das UNESCO-Komitee am Sonntag in Krakau bekannt. Laut der Organisation zeugen die sechs Höhlen der Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb von einer der frühesten figurativen Kunst weltweit und liefern wichtige Erkenntnisse.

Die Höhlen rund um Blaubeuren gelten als eines der wichtigsten Ausgrabungsgebiete für Archäologen. Unter anderem fanden Forscher dort die älteste bekannte Menschenfigur der Welt, die 40.000 Jahre alte "Venus vom Hohle Fels". Seit den 1860er-Jahren gibt es in den Höhlen Ausgrabungen, sie brachten zahlreiche bis zu 43.000 Jahre alte figürliche Darstellungen zutage, darunter Mammuts, Höhlenlöwen, Pferde und Musikinstrumente, aber auch Frauenkörper und Darstellungen von Mischwesen aus Mensch und Tier.

Die Fundstücke gehören zu den ältesten Zeugnissen für eine bewusste künstlerische Betätigung des Menschen. Die wichtigsten Funde aus dem Bereich der Schwäbischen Alb können in Museen in Ulm, Tübingen und Blaubeuren besichtigt werden. Das Welterbe-Komitee tagt noch bis zum 12. Juli in Krakau und entscheidet insgesamt über die Aufnahme von mehr als 30 neuen Stätten aus aller Welt.

Darunter waren noch zwei weitere Bewerbungen aus Deutschland. Am Donnerstag hatte die UNESCO-Kommission bei ihrer Jahrestagung in Krakau das historische Zentrum Wiens auf die sogenannte Rote Liste der gefährdeten Kulturgüter gesetzt. Die UNESCO stößt sich am geplanten Hochhausbau am Heumarkt-Areal. Die Aberkennung des Prädikats Weltkulturerbe droht nun 2018.len. (APA, dpa)

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