Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.10.2019


Innsbruck

Hoch zu Ross im Kulturquartier: Leopold-Statue zurück in Innsbruck

Am Donnerstag wurde das restaurierte Reiterstandbild Erzherzog Leopolds V. am Lustbrunnen vor dem Haus der Musik am Innsbrucker Rennweg feierlich enthüllt. „Wohlgemerkt das Original.“

Das Reiterstandbild am Leopoldsbrunnen ist wieder an seinen angestammten Platz am Rennweg zurückgekehrt.

© Thomas Boehm / TTDas Reiterstandbild am Leopoldsbrunnen ist wieder an seinen angestammten Platz am Rennweg zurückgekehrt.



Innsbruck — Leopold ist wieder da. Seit 2015 stand der Sockel des Leopoldsbrunnens am Innsbrucker Rennweg leer, am Donnerstag wurde das zurückgekehrte, neu restaurierte Reiterstandbild enthüllt. „Wohlgemerkt das Original", wie Bürgermeister Georg Willi (Grüne) bei der feierlichen Enthüllung betonte.

Anfang diesen Jahres wurde noch spekuliert, ob lediglich eine Kopie des wertvollen Reiterstandbilds nach Innsbruck zurückkehren soll. 2015 war die frühbarocke Bronzefigur, Erzherzog Leopold V. zu Pferd, zur Restauration nach Wien geschickt worden. Das Reiterdenkmal ist Teil der Sammlung des Kunsthistorischen Museums (KHM) und seit 1893, als der Lustbrunnen in der heutigen Form installiert wurde, stand es als Dauerleihgabe am Rennweg. Anlässlich der Restaurierung mussten nun neue Verträge ausgehandelt werden, erklärte die Direktorin von Schloss Ambras Veronika Sandbichler am Donnerstag als Vertreterin des Eigentümers.

Die Haftungsfrage war zu klären, nachdem festgestellt wurde, dass die Figur nicht versichert war. Bei einem veranschlagten Wert von zwölf Millionen Euro stand eine beachtliche Versicherungssumme an, die die Stadt Innsbruck nicht stemmen könnte, erklärte Willi damals. In Wien einigte man sich: Restaurierung (für Brunnen und Figur über 400.000 Euro), Transport und Aufstellung finanzierte die Stadt Innsbruck, der KHM-Museumsverband bleibt für die Statue zuständig.

„Leopold steht jetzt im Original wieder dort, wo er hingehört, umgeben von Kunst, Theater und Musik, im neuen Kulturquartier Innsbrucks", resümierte Willi. Und um Leopold soll es nicht so schnell ruhig werden: Anlässlich der erfolgreichen Rückholung richtet Schloss Ambras ab 2. April 2020 die Sonderausstellung „Hoch zu Ross" aus, die Hintergrundinformationen zum Reiterstandbild von Caspar Gras liefern wird. (bunt)