Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 23.07.2018


Architektur

Schwarzensteinhütte: Ein Haus, das fast ein Fels ist

© Oliver Jaist, 2018Als Monolith, der aus der Ferne fast wie ein in Kupfer gehüllter Felsblock daherkommt, ist die neue Schwarzensteinhütte angelegt.Foto: Oliver Jaist



Innsbruck – Die neue Schwarzensteinhütte ist ganz in Kupfer gehüllt und kupfern ist auch die Prägung des wunderschön gemachten Buches, das vom Vergehen der mehr als 100 Jahre alten und Werden der neuen, auf rund 3000 Metern Seehöhe ziemlich an der Grenze zwischen dem Zillertal und dem Südtiroler Ahrntal gelegenen Hütte erzählt. Wobei besonders die von Oliver Jaist gemachten Bilder so eindrucksvoll sind, dass selbst der nicht so routinierte Bergfex unbändige Lust bekommt, den dreieinhalbstündigen Aufstieg zur neuen Schwarzensteinhütte in Kauf zu nehmen, die kommenden Samstag offiziell eröffnet werden wird.

Gebaut hat sie das Südtiroler Büro Stifter + Bachmann, das vor sechs Jahren mit ihrem mutigen Projekt den geladenen Architektenwettbewerb gewonnen hat. Angelegt als nur im Eingangsbereich durch ein Fensterband geöffneter Monolith, der von der Ferne fast wie ein Felsblock daherkommt.

Ein bibliophiles Objekt ist allerdings das Buch über die Schwarzensteinhütte, in dem es um die alte wie die neue genauso geht wie um die Problematik des Schutzhüttenbaus gestern wie heute. Was das von Arno Ritter liebevoll konzipierte Buch zu etwas ganz Besonderem macht, sind allerdings die Fotos einer überwältigenden Landschaft, in der Mensch und Architektur nicht mehr als Fußnoten sind. (schlo)

Die neue Schwarzensteinhütte. Helmut Stifter, Angelika Bachmann (Hrsg.); Texte Doris Hallama, Fotos Oliver Jaist, 164 S., viele Abb., Verlag A. Weger, Brixen, 35 €