Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.01.2019


Architektur

Nachhaltigkeit beim Bauen in Tirol: Schönsein ist nicht genug

Rund ein Drittel aller neue­n Hochbauten in Tirol werden aus Holz gebaut. ProHolz und Architektenkammer belohnen die besten neuen Holzbauten in Tirol.

„MotoGP Energy Station, mobil“ .

© aufschnaiter„MotoGP Energy Station, mobil“ .



Innsbruck – Alle vier Jahr­e macht sich proHolz gemeinsam mit der Kammer der ZiviltechnikerInne­n Tirols und Vorarlbergs auf die Suche nach den in mehrfacher Weise besten Holzbauten. Denn ihr Schönsein genügt der vierköpfigen Jury unter Vorsitz des Klagenfurter Architekten Markus Klaura nicht. Müssen die Kandidaten für eine Auszeichnung oder Anerkennung doch auch in Sachen Materialgerechtigkeit, Innovation, Ökologie und ihre Einbindung in die Umgebung überzeugen.

136 Holzbauten gingen heue­r in den Kategorien Wohnbau, Öffentliche und Gewerbliche Bauten, Weiterbauen und Export ins Rennen um die begehrten Holzbaupreise Tirol. Nach einer Vorauswahl durch die Jury blieben 34 Nominierungen übrig, von denen schließlich 13 mit Anerkennungen und fünf mit Auszeichnungen belohnt wurden.

Wobei es kein Zufall ist, dass kein einziger Wohnbau diesmal eine „Goldmedaille“ abgeräumt hat, so Juror Dieter Stöhr. Soll für diese Bauland vergeudende Wohnform doch keine zusätzliche Werbung gemacht werden. Ausgezeichnet wurde dagegen das Bildungshaus St. Michael in Pfons, mit dessen markantem Bau die Diözese ein weithin sichtbares Zeichen gesetzt habe, so die Jury. Ein großvolumiger Holzbau, der so komplett anders daherkommt als das aus dem Holz aus dem nahen Gemeinde­wald gebaute Dorfhaus Steinberg. Dafür gab es ebenso eine Auszeichnung wie für das „Aromapflege“-Haus in Lechaschau und das „Qwstio­n“ in Reith bei Seefeld, dessen teilweise witzigen Detaillösungen die Jury besonders erfreut haben. Auszeichnun­g Nr. 5 geht schließlich an die „Moto­GP Energy Station, mobil“ von Red Bull, die mit sechs Lkw transportiert und in zweieinhal­b Tagen aufgestellt werden kann.

Rund ein Drittel aller neue­n Hochbauten in Tirol werden aus Holz gebaut, dem für Kammerpräsident Hanno Vogl-­Fernheim in Sachen Öko-Bilanz unschlagbaren Baustoff. Wegen der noch immer höheren Baukosten fordert er vom Land ein Nachdenken über ein­e Sonderförderung für Wohnbauten im Rahmen der Wohnbauförderung.

Alle nominierten und ausgezeichneten Projekte sind noch bis 30. Jänner in der Wirtschaftskammer in Innsbruck zu sehen, bevor sie auf die Tiroler Hausbau- und Energiemesse übersiedeln. (schlo)

Gewerbebau „Qwstion“ in Reith/Seefeld.
Gewerbebau „Qwstion“ in Reith/Seefeld.
- qwstion