Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.07.2018


Bühne

In St. Johann findet Koschuh Exil

Der in Going ausgeladene Kabarettist tritt nun im Nachbarort auf.

© BöhmMarkus Koschuhs neues Kabarettprogramm „Hochsaison“ hatte am Mittwochabend im Treibhaus Premiere.



St. Johann, Going – Stoff für sein nächstes Programm bekommt Markus Koschuh derzeit frei Haus geliefert. Vielleicht trägt es ja den Titel „Herbergssuche anno 2018“.

In Going wurde der Kabarettist vom Bürgermeister, nach erfolgter Zusage im Mai, vor Kurzem wieder ausgeladen. Koschuh ecke bei den Mächtigen im Lande zu sehr an, befand Gemeindeoberhaupt Alexander Hochfilzer. Koschuh schieße in seinen Sketches scharf gegen die Regierung. Dort würde man keine Freude haben, wenn so jemand in Going gastiere, noch dazu auf Gemeindekosten.

Der Auftritt in Going am 4. Oktober wurde abgesagt. Doch tags darauf, am 5. Oktober, wird sich Koschuh dennoch in Richtung Unterland aufmachen. Er tritt nun in St. Johann auf, keine zehn Kilometer östlich von Going gelegen (Alte Gerberei, 20 Uhr).

Hannes Hofinger, der Leiter der Mediathek (Bibliothek) von St. Johann, hat Koschuh, als Reaktion auf dessen Ungemach in Going, nach St. Johann eingeladen. „Ich tue das als Privatperson und in Zusammenarbeit mit dem Verein MusikKultur St. Johann“, betont Hofinger.

„Offensichtlich haben die Goinger Kulturbeauftragten einen bestimmten Wäscheteil gestrichen voll“, lautet Hofingers Fazit. Goinger Bürger seie­n daher herzlich zum Koschuh-Abend in St. Johann eingeladen. Der Veranstalter überlegt sogar, einen Shuttledienst zwischen Going und St. Johann zu installieren. Möglichst viele Goinger sollen das erleben können, was ihnen im eigenen Ort vorenthalten wird. (mark)