Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 22.07.2018


1950-2018

Tiroler Schauspieler Kleinheinz gestorben

© Thomas Boehm / TTMarkus Völlenklee als Boandlkramer (l.) und Alfred Kleinheinz als Brandner Kaspar.Foto: Böhm



Telfs – Im vergangenen Jahr stand er noch in der umjubelten Produktion „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben “ von Markus Völlenklee bei den Volksschauspielen in Telfs auf der Bühne.

Vorgestern ist Alfred Kleinheinz, der den Brandner Kaspar liebenswert lakonisch gab, 68-jährig gestorben, wie die Tiroler Volksschauspiele bekannt gaben. „Mit tiefster Betroffenheit und inniger Trauer möchten wir uns von einer herausragenden und einzigartigen Persönlichkeit verabschieden: Schauspielgröße Fredi Kleinheinz hat die Bühne für immer verlassen“, so Volksschauspiele-Geschäftsführerin Silvia Wechselberger. Den 1950 in Innsbruck geborenen Kleinheinz zog es mit 24 Jahren ans Laientheater, wo er 15 Jahre lang neben seinem Beruf als Stuckateur auf den Brettern stand. 1989 debütierte er am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover in Tschechows „Die Möwe“ in der Rolle des Lehrers Medwedenk­o. Nach vier Jahren in Hannover nahm ihn Intendant Eberhart Witt mit ans Residenztheater, wo er in seiner ersten Rolle als Dr. Relling in Ibsens „Die Wildente“ zu sehen war. Als Andreas Kriegenburg als Regisseur ans Bayerische Staatsschauspiel kam und ihn in vier von fünf Inszenierungen besetzte, verliebte sich Kleinheinz in die Rolle der 80-jährigen Großmutter Maria Josefa in Garcías Lorcas „Bernarda Albas Haus“. Sein Credo lautete: „Die größten Rollen sind nicht immer die dankbarsten.“

Kleinheinz wirkte in zahlreichen Filmen mit, darunter „März“ des Tiroler Autors Händl Klaus, und war in der TV-Miniserie „Die Manns - Ein Jahrhundertroman“ ebenso zu sehen wie in einigen „Tatort“-Folgen. (wa)




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