Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 31.07.2018


Bezirk Landeck

Schauspiel: Sabina erzählt Geschichten über den Oberlehrer Vogl

Sabina war zur Zeit des 2. Weltkriegs ein kleines Mädchen mit blonden Zöpfen und katholischen Werten.

© SchrottJosef Falkeis, Evelin Wille und Alfred Nigg (v. l.) von den Schauspielen Kauns geben das zeitgeschichtliche Stück „Sabina“ zum Besten.Foto: Schrott



Kauns – „Die Haare offen, und das in der Kirche – mei, wie hab’ i mi gschamt.“ Erinnerungen wie diese kommen Sabina über die Lippen, wenn sie über ihre Schulzeit bei Oberlehrer Johann Vogl sinniert. Sie war zur Zeit des 2. Weltkriegs ein kleines Mädchen mit blonden Zöpfen und katholischen Werten. Vogl hingegen war ein bedeutender Sozialist und Revoluzzer. Trotz extremer Zensur besaß der Pädagoge damals ein Radio, welches er in seinem Ofen versteckt hielt.

Doch lange ging das nicht gut. Eines Tages wurde er irrtümlich vom eigenen Sohn verraten. 1944 henkten ihn die Nazis im Konzentrationslager. In Sabinas Erinnerungen lebt der einflussreiche Lehrer trotzdem weiter. Im letzten Brief schreibt er: „Ihr könnt stolz auf mich sein.“

Als sich ein interessierter Historiker Jahrzehnte später auf die Suche nach der Geschichte Johann Vogls macht, traf er Sabina – deutlich gealtert und dement. Christliche Dogmen beherrschen ihr Denken, Verstorbene ersetzt sie durch selbstgenähte Puppen. Das Stück handelt von Sabinas Schulzeit sowie vom Zusammentreffen des neugierigen Geschichtsinteressierten mit Sabina als Greisin.

Die Laiendarsteller Josef Falkeis, Evelin Wille und Alfred Nigg von den Schauspielen Kauns verkörpern insgesamt sechs Rollen und begeistern das Publikum mit schnellen Wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Das Zeitgeschichtespiel stammt aus der Feder von Ekkhard Schönwiese. Weitere Termine am 2. August im Heimatmuseum Kirchdorf i. T. sowie am 23. August, Hexenalm Fiss. Tickets unter Tel. 0677/61441790. (sni)