Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 31.07.2018


Bühne

Mitterers Leben als vielaktiges Drama

Raffinierte Zelebration von Felix Mitterers Leben und Werk im Telfer Noaflhaus.

© günter richard wett Geburtstagsausstellung für Felix Mitterer im Noaflhaus.Foto: Günter Richard Wett



Von Edith Schlocker

Telfs – Die Feiern zum 70. Geburtstag von Felix Mitterer wollen kein Ende nehmen. Als Gratulant darf auch Telfs nicht fehlen, das dem „großen Sohn der Marktgemeinde“, so BM Christian Härting, zum 70er eine Ausstellung im Noafl­haus schenkt. Eine gut gemachte, fast theatralisch inszenierte, wie es sich gehört, wenn es um die Zelebration von Leben und Werk eines Dramatikers geht.

Als „Regisseurin“ der Schau beweist die Kunsthistorikerin Claudia Mark Talent, so wie Architekt Christian Höller als ihr „Bühnenbildner“. Sie haben den Raum, dem eine Klimaanlage nicht schaden würde und der bisher mit den unterschiedlichsten Erinnerungsstücken an große Telfer vollgestopft war, ausgeräumt, um ihn mit schlichten, aus rohem Pappelholz gebauten Requisiten zu möblieren, die mit einzelnen Stücken oder der Biografie Felix Mitterers zu tun haben. Etwa einem Nachbau seines Arbeitszimmers, in dem dieselbe Schreibmaschine steht, mit der er in den 80er-Jahren seine ersten Texte geschrieben hat, umhangen von Zitaten aus Mitterers Autobiografie, während in einer Vitrine Fotos von Mitterer in sämtlichen Altersstufen, Dokumente und „Zettelwerk“ aus dieser frühen Zeit liegen.

Die weiteren Stationen der Schau sind an Mitterers wichtigsten Stücken „aufgehängt“. Die Kulissen dafür sind reduziert auf plakative Symbole wie einem Kreuz für „Stigma“, einem Bett für „Kein Platz für Idioten“, einem Tisch für „Sibirien“. Alles Stücke, die im Rahmen der Tiroler Volksschauspiele uraufgeführt oder hier gespielt wurden. Seit 1982, als Telfs vom kleinmütigen Hall das jährliche Festival erbte.

Wie untrennbar Mitterer mit diesem verbunden ist, zeigen die rund 120 Objekte, die für die Schau vom Brennerarchiv ausgeliehen wurden, wo Mitterers Vorlass aufbewahrt wird. Wobei das Präsentierte auf weite Strecken eine nostalgisch stimmende Zeitreise ist, als legendäre Figuren wie Hans Brenner, Kurt Weinzierl oder Ruth Drexel hier noch das Sagen hatten.