Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Bühne

Live-Hörspiel im “Brux“: Bei den fliegenden Fetzen des Sir

Terry Pratchetts Fantasy-Roman „Fliegende Fetzen“ als Live-Hörspiel vor vollem Haus im „Brux“.

© GasserTerry Pratchetts Fantasy-Roman „Fliegende Fetzen“ als Live-Hörspiel vor vollem Haus im „Brux“.



Terry-Pratchett-Fans strömten am Donnerstag zuhauf ins Freie Theater Brux in Innsbruck, um der ersten Folge des Live-Hörspiels „Fliegende Fetzen" zu lauschen. Das Konzept ist ungewöhnlich. Zehn „Sprechis" lesen die Figuren aus dem Roman und die Erzählerstimmen. Einer ist für die Hintergrundgeräusche zuständig. Blubbern mit Strohhalm und Wasserglas und ein kleiner Gong sind Beispiele für die Geräuschkulisse. Jeder Leser kann in seinem Skript nur die eigenen Zeilen sehen, alle anderen sind geschwärzt. Somit wissen die Darsteller nicht viel mehr als das Publikum.

„Fliegende Fetzen" (1997) ist der 21. Scheibenwelt-Roman des britischen Fantasy- autors Terry Pratchett. Der „Orient-Thriller" erzählt die Geschichte der rivalisierenden Staaten Ankh-Morpork und Klatsch, zwischen denen ein Konflikt über eine im Meer auftauchende Insel zunehmend eskaliert. Kommandeur Mumm und sein beschränktes Wachpersonal sollen die Situation entschärfen. Nach einem Attentat auf den klatschianischen Prinzen brennt am Ende auch noch die Botschaft.

Die fiktive Scheibenwelt spiegelt unsere reale „Rundwelt". Die ohnehin aktuellen Themen in „Fliegende Fetzen" werden durch Variationen im Live-Hörspiel noch relevanter mit dem Zeitgeschehen in Verbindung gebracht. Sei es der nationalistische Fischer mit Kärntner Dialekt, die Debatte über krasse Steuerungleichheit oder ein Seitenhieb auf Donald Trump und seine Wahrheitsauslegungen. Prädikat: fetzig. (lg)