Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.02.2019


Bezirk Kufstein

Wörgls dritte Bühne will wachsen

Das Theater unterLand startet heuer mit drei Produktionen durch. Der Verein rund um Obfrau Irene Turin sucht außerdem Mitglieder.

Der Vorstand freut sich auf drei Produktionen: (v. l.) Michael Zangerl, Renate Reisigl, Irene Turin, Helmar Reisigl und Ulf Ederer.

© SpielbichlerDer Vorstand freut sich auf drei Produktionen: (v. l.) Michael Zangerl, Renate Reisigl, Irene Turin, Helmar Reisigl und Ulf Ederer.



Wörgl – Mit dem Theater unterLand etabliert sich in Wörgl ein dritter aktiver Theaterverein, der 2019 gleich drei Produktionen an drei verschiedenen Spielstätten auf dem Spielplan hat und sich damit als Ergänzung zu den bestehenden Bühnen (Gaststubenbühne und Stadtbühne) sieht. „Theater, das gesellschaftspolitisch aktuelle Themen aufgreift und zum Nachdenken und Diskutieren anregt“, liegt dem Team rund um Obfrau Irene Turin besonders am Herzen.

Zu den Vorhaben 2019 zählt auch die Mitgliederwerbung – interessierte Spieler oder Unterstützer dürfen sich per Mail an theaterunterland@gmx.at melden. Mangels eigener Räumlichkeiten zeigte sich bisher das Theater unterLand bei den Probe- und Spielstätten sehr flexibel. Für die Frühjahrsproduktion „Herbst­rasen“ von Eric Coble wird in den Räumen der Jungschar im Tagungshaus-Keller geprobt. Im Zwei-Personen-Stück stehen Brigitte Einkemmer und Jürgen Chmela-Heiss unter der Regie von Irene Turin auf der Bühne, gespielt wird dann in der Komma-Blackbox.

„Herbstrasen“ greift mit Humor die Thematik des Alterns auf: Was, wenn der Alltag zunehmend nicht mehr allein bewältigt werden kann? Die besorgten Kinder der 79-jährigen Alexandra wollen, dass diese aus den eigenen vier Wänden in ein Heim für betreutes Wohnen übersiedelt. Doch die Mutter will ihre Selbstbestimmtheit nicht aufgeben, verbarrikadiert sich in ihrer Wohnung und will diese lieber abfackeln als verlassen. Aus den verhärteten Fronten entsteht ein Schlagabtausch voller Skurrilität, Spannung, aber auch Witz. Premiere ist am 15. März 2019 (20 Uhr), weitere Aufführungen stehen am 17., 21., 22., 24., 28. und 31. März sowie am 2., 7. und 11. April auf dem Spielplan (Tickets im Vorverkauf bei Bücher Zangerl).

Im Sommer gastiert das Theater unterLand zum dritten Mal im Langen Grund in der Kelchsau. Dabei geht das Stationen-Theater auf der Alm heuer im August wieder von der Erla-Brennhütte auf die Neuhögen-Alm der Wörgler Bio-Yak-Bäuerin Gabi Brunner. Im Herbst 2019 inszeniert Mike Zangerl in der Zone Kultur.Leben.Wörgl Felix Mitterers „Krach im Hause Gott“. Geplant sind ca. 10 Aufführungen.

Die passionierte Wörgler Theatermacherin Irene Turin engagierte sich bereits vor Jahrzehnten beim Schultheater im Bundesrealgymnasium, war vor 30 Jahren Mitbegründerin der Gaststubenbühne Wörgl und legte mit Eigenproduktionen seit den 1990er-Jahren die Basis für das Theater unterLand. (vsg)