Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.02.2019


Bezirk Reutte

Arthur und Claire: Mutig dem Abgrund des anderen stellen

Eine berührende Tragikomödie über zwei Menschen, die eigentlich sterben möchten und am Ende doch zueinander finden, bringt das Kulturforum Breitenwang mit einem Gastspiel des Innsbrucker Westbahntheaters im Veranstaltungszentrum Breitenwang auf die Bühne.

Das Stück „Arthur und Claire“ von Stefan Vögel.

© Christoph TauberDas Stück „Arthur und Claire“ von Stefan Vögel.



Breitenwang – Eine berührende Tragikomödie über zwei Menschen, die eigentlich sterben möchten und am Ende doch zueinander finden, bringt das Kulturforum Breitenwang mit einem Gastspiel des Innsbrucker Westbahntheaters im Veranstaltungszentrum Breitenwang auf die Bühne.

Das Stück „Arthur und Claire“ von Stefan Vögel, das im Dezember auch in der Kinoversion mit Josef Hader gezeigt wurde, wird am kommenden Samstag, 16. Februar, um 20.15 Uhr aufgeführt. Die beiden Darsteller Luka Oberhammer und Konrad Hochgruber überzeugten die Besucher schon vor zwei Jahren mit dem Stück „Sausalito“.

Auf die Zurechtweisung Claires „Sie haben nicht die geringste Ahnung, was es heißt, an diesem Punkt zu stehen“ kontert Arthur mit einem trivialen: „Oh doch, das habe ich.“ – Und dennoch wird schnell klar, dass weder er noch sie wirklich erahnen können, in welcher Achterbahnfahrt der Gefühle das Gegenüber gerade steckt.

Suizid ist ein großes Tabu-Thema. Natürlich sterben wir alle irgendwann – das ist nur eine Frage der Zeit. Doch welche Fragen werfen wir auf, wenn wir den Zeitpunkt plötzlich selbst bestimmen? Und wie steht es um die Qualität und Quantität eines Suizides, wenn wir Euthanasie in Anspruch nehmen?

Mit „Arthur und Claire“ ist Stefan Vögel ein gefühlvolles Stück gelungen, welches an die Kraft appelliert, die zwei Menschen einander geben können, selbst wenn sie für sich selbst keine mehr zu haben scheinen. Füreinander da zu sein und sich mutig dem Abgrund des anderen zu stellen, ist hier wahre Empathie und wird vom Ensemble des Westbahntheaters eindrucksvoll umgesetzt. (TT)