Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Innsbruck

Cesti-Gesangswettbewerb: Drei junge Frauen an der Spitze

Die britische Mezzosopranistin Grace Durham gewann den 10. Cesti-Gesangswettbewerb für Barockoper. Hohes Niveau und steigende Internationalität.

Strahlende Siegerinnen: Dioklea Hoxha (2. Platz), Grace Durham (1. Platz) und Theodora Raftis (3. Platz). Die Österreicherin Miriam Kutrowatz gewann unter anderem den Publikumspreis.

© Die FotografenStrahlende Siegerinnen: Dioklea Hoxha (2. Platz), Grace Durham (1. Platz) und Theodora Raftis (3. Platz). Die Österreicherin Miriam Kutrowatz gewann unter anderem den Publikumspreis.



Innsbruck – Der zehnte Cesti-Gesangswettbewerb, heuer im neuen Haus der Musik Innsbruck ausgetragen, endete am Donnerstag mit dem Sieg der 30-jährigen britischen Mezzosopranistin Grace Durham. Der zweite Preis ging an die Sopranistin Dioklea Hoxha (Kosovo), der dritte an Theodora Raftis (Zypern). Die 22-jährige Österreicherin Miriam Kutrowatz gewann den Publikumspreis, den Young Artist Award und ein Engagement beim Festival Resonanzen am Wiener Konzerthaus.

Die britische Mezzosopranistin Grace Durham gewann den 10. Cesti-Gesangswettbewerb für Barockoper. Hohes Niveau und steigende Internationalität.
Die britische Mezzosopranistin Grace Durham gewann den 10. Cesti-Gesangswettbewerb für Barockoper. Hohes Niveau und steigende Internationalität.
- Celina Friedrichs

Zum Wettbewerb 2019 hatten sich mehr als 200 Kandidatinnen und Kandidaten angemeldet, das Niveau war insgesamt hoch. Im Finale mit drei Männern und sieben Frauen wetteiferten gleich fünf Sopranistinnen. Im Kürprogramm wählten die Finalisten hauptsächlich Arien von Georg Friedrich Händel und nur je eine von Antonio Vivaldi und Johann Adolph Hasse.

Die übrigen Finalisten ergänzen die weiterhin steigende Internationalität der Competition: Aus der Ukraine kam Inna Husieva und auch Natalia Kukhar, aus Israel Maayan Licht, aus den USA Andrew Munn, aus Ungarn Orsolya Nyakas und aus Deutschland Yannick Debus. Die Sängerinnen und Sänger (Höchstalter Frauen 31, Männer 33 Jahre) wurden im letzten Wettbewerbs-Durchgang, der zur Preisvergabe führt, von sehr versierten Mitgliedern des Cesti-Orchesters unter der Leitung der Cembalistin Mariangiola Martello begleitet.

Als der internationale Gesangswettbewerb für Barock­oper Pietro Antonio Cesti 2010 in Innsbruck gegründet wurde, war die Sensation perfekt. Ziel einerseits für die jahrzehntelange fundierte Arbeit am historischen informierten Gesang im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und der einstigen Sommerakademie, eine Innovation andererseits. Die in ihrem Umfeld allerdings eine klare Logik hat. Der von Alessan­dro De Marchi initiierte Wettbewerb für Begabungen im Barockopernfach zählte rasch zu den wichtigsten Bewerben seines Faches.

Der Jury unter dem Vorsitz von Michael Fichtenholz (Operndirektor Zürich) gehörten heuer noch folgende Fachleute an: Alessandro De Marchi (Innsbrucker Festwochen der Alten Musik), Julien Benhamou (Oper Bordeaux), Jochen Breiholz (Theater an der Wien), Eitan Sorek (Künstleragentur), Elisabeth Reischl (Wiener Konzerthaus), Heike Hoffmann (Schwetzinger SWR Festspiele) und Alberto Triola (Festival della Valle d’Itria). Zu den vergebenen Preisen gehören mehrfach auch Konzert- oder Opernengagements.

„Seine“ Cesti-Sängerinnen und -Sänger holt der Festwochen-Intendant regelmäßig zurück nach Innsbruck ins Festivalprogramm, vor allem in die dafür geschaffene Opernreihe Barockoper:Jung. Zum diesjährigen Jubiläum haben drei Sieger des Bewerbs am 19. August eine eigene „Gala der Sieger“. Das Pflichtprogramm des Wettbewerbs verrät jedes Jahr die Junge Oper der nächsten Festwochen. 2020 wird es „L’empio punito“ von Alessandro Melani sein. (u.st.)




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