Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Telfer Theaterwochen

Was das Wort „Heimat“ alles bedeuten kann

Die jungen Darsteller brillierten in der Villa Schindler in Telfs.

© PfaundlerDie jungen Darsteller brillierten in der Villa Schindler in Telfs.



Mit der Uraufführung eines Jugendtheaterprojekts zum Thema „Heimat" erlebten die ersten Telfer Theaterwochen — eine Kooperation der Marktgemeinde und des Tiroler Landestheaters — kürzlich ihren abschließenden Höhepunkt. Seit Mitte Juli hatten neun Kinder und Jugendliche zwischen neun und 14 Jahren das 40-minütige Stück, zustande gekommen durch Theaterpädagogik-Leiter Christoph Daigl, erarbeitet und einstudiert — unter Anleitung der Schauspielerin Daniela Oberrauch.

Das Projekt zählte zum Rahmenprogramm der ebenso hochkarätigen wie bewegenden Ausstellung „Für meine Mutter" von Walter Pichler, die noch bis 17. Oktober in der Villa Schindler in Telfs zu sehen ist. Als Teil der Vorbereitung besuchten die Kinder diese Ausstellung und lauschten den Erzählungen von Walter Pichlers Bruder Helmut.

Das Stück erzählt von zwei Kindern auf der Suche nach einer neuen Heimat. Auf ihrer Reise erleben sie Unterdrückung, fehlende Meinungsfreiheit, Krieg und gefährliche Grenzübertritte. Ihre symbolträchtigen Koffer werden dabei immer schwerer, und so müssen sie sich auf dem Weg davon trennen. Im Verlauf der Reise erfahren sie auch einiges über das Land Tirol und darüber, was Heimat bedeuten kann — etwa gute Luft und saubere Umwelt, frisches Trinkwasser, Jugendschutz oder Schulpflicht. Gekonnt waren auch die Musikeinlagen — wobei die Kinder mit der Europahymne die Bedeutung des EU-Friedensprojekts zum Ausdruck brachten.

Die Telfer Gastronomie unterstützte das Theaterprojekt und sorgte für das leibliche Wohl der Kinder. Der gesamte Ablauf wurde vom Filmemacher Jakob Pfaundler dokumentarisch begleitet. (TT)