Letztes Update am Sa, 24.08.2013 09:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bühne

„L‘Euridice“ feierte Premiere bei Innsbrucker Festwochen

Giulio Caccinis Oper „L‘Euridice“ gilt als eine der ersten Opern der Geschichte.

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Innsbruck - Eine gelungene Premiere feierte Giulio Caccinis Oper „L‘Euridice“ Freitagabend bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Mit minutenlangem Applaus bedachten die Besucher im nahezu restlos ausverkauften Landestheater die Künstler. Vor allem die Musiker des Concerto Italiano, Regisseur Hinrich Horstkotte sowie Bühnenbildner Nicolas Bovey wurden vom Publikum bejubelt.

Caccinis „L‘Euridice“ gilt als eine der ersten Opern der Geschichte. 1601 publizierte Caccini seine „Euridice“ über denselben Text von Ottavio Rinuccini, den nur wenige Monate zuvor auch Jacopo Peri für die Hochzeitsfeier von Maria de‘Medici mit Heinrich IV. vertont hatte. Anlässlich der Feierlichkeiten wurde damals das melancholische Ende des griechischen Mythos in ein „Happy End“ verwandelt - sowohl Orpheus als auch Eurydike überleben und entgehen den Fängen der Unterwelt.

Kennzeichnend für Caccinis Oper sind sehr schlicht gehaltene Gesangsmelodien und ein Singen nahe am natürlichen Rededuktus. Sowohl Sänger als auch Musiker schafften es, trotz dieses - für heutige Verhältnisse - ungewöhnlichen Stils das Publikum auf allen Ebenen zu begeistern. Lediglich Silvia Frigato als Eurydike mutete bei manchen Passagen als zu leise an.

Schwarz-weiß gehaltene Bühne und Kostüme

Fabelhaft präsentierte sich hingegen die Inszenierung von Horstkotte sowie das Bühnenbild von Bovey. Trotz der fast vollkommen in Schwarz und Weiß gehaltenen Bühne und Kostüme wirkte die Aufführung unglaublich dynamisch und alles andere als minimalistisch. Immer wieder betraten die Sänger durch den Publikumssaal die Bühne und wurde das Bühnenbild ungeachtet der kurzen Aufführungsdauer von rund eineinhalb Stunden mehrmals verändert.

Zahlreiche, bewegliche Bühnenelemente sowie eine über die Bühne schwebende Göttin Venus machten die Regie zu einem Erlebnis für alle Sinne. Äußerst ansprechend war auch die Darstellung der Unterwelt. In rotes Licht getaucht, schwirrten dunkle Schattengestalten über die Bühne. Der Herr und die Herrin der Unterwelt glitten auf Podesten und in überdimensionalen Kostümen ins Theater und urteilten Furcht einflößend über Orpheus und Eurydikes Schicksal - das dank Happy End dann doch gut ausging. (APA)




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