Letztes Update am Do, 23.07.2015 21:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltpremiere

„Mission: Impossible“: Tom Cruise heizte Wien ein

Wien war nicht nur Drehort im neuesten „Mission: Impossible“-Abenteuer. Hollywoodstar Tom Cruise hat auch die Weltpremiere in der Staatsoper gefeiert.

Tom Cruise badet in der Menge, die Fans flippen aus.

© APA/HERBERT NEUBAUERTom Cruise badet in der Menge, die Fans flippen aus.



Wien – „Das ist der eleganteste Abend meines Lebens“, sagt Tom Cruise und strahlt. Nach den Dreharbeiten zu „Mission: Impossible - Rogue Nation“ in der Wiener Staatsoper vergangenen Sommer hatte sich der Hollywoodstar gewünscht, die Weltpremiere des Films hier zu veranstalten. „Diese Stadt ist so schön, dass ich sie unbedingt auf Film bannen wollte“, so der 53-Jährige am roten Teppich.

Knapp 1.000 geladene Gäste waren zu Wiens erster Hollywood-Weltpremiere in die Oper geladen. Weitere rund 4.000 Menschen haben sich laut Veranstalter „Livenation“ vor dem Haus am Ring versammelt, um Cruise in der Fanzone und an den umliegenden Absperrgittern nahe zu sein. Und sie wurden belohnt: Knapp zwei Stunden widmete der bestens gelaunte US-Schauspieler ab 16.30 Uhr seinen Fans. Geduldig und der Hitze trotzend, signierte er leger in schwarzem Shirt, Jeans und mit charakteristischer Pilotenbrille selbstgemalte Porträts und Filmposter, beruhigte weinende Fans und ließ sich - der steigenden Nervosität seiner Entourage ob des Zeitplans zum Trotz - sogar auf die eine oder andere Plauderei ein.

Cruise wollte das große Spektakel in Wien

Während die jubelnde Menge zwischendurch von Moderator Steven Gätjen mit Filmausschnitten auf zwei großen LED-Wänden und Interviews mit dem Cast bei Laune gehalten wurde, wechselten Cruise und Co-Star Simon Pegg für die Interviews mit rund 50 internationalen und heimischen Kamerateams und Journalisten, die auf dem über eine Treppe führenden roten Teppich auf Höhe der Galerie postiert waren, in Smokings. Vor allem Cruise freute sich sichtlich über Komplimente, „normalerweise werden ja nur Frauen umschmeichelt“, lachte der Schauspieler, der zum bereits dritten Mal innerhalb von zwei Jahren in Wien gastierte.

Bei der Premiere von „Oblivion“ im Gartenbaukino 2013 sei er gefragt worden, ob er einmal in Wien drehen möchte. „Glücklicherweise hatte Chris (McQuarrie, Regisseur, Anm.) dann die Idee einer Szene im Opernhaus und die Wiener Staatsoper war so großzügig, uns hier drehen zu lassen“, erzählte Cruise am roten Teppich. „Ich hätte nie gedacht, dass das möglich sein wird. Als uns dann auch noch angeboten wurde, die Premiere hier auszurichten, konnten wir das gar nicht ausschlagen. Ich war noch nie auf einer Premiere in einer Stadt, in der wir zuvor auch gedreht haben.“

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Die Städtereisen seien der Kern der „Mission: Impossible“-Reihe, in der Cruise als Ethan Hunt, Agent der „Impossible Missions Force“, seit 1996 scheinbar unmögliche Auftrage erfüllt. „Ich habe so viel Zeit in meinem Leben damit verbracht, verschiedene Orte zu bereisen und all diese Kulturen kennenzulernen. Einer der Gründe, warum ich begonnen habe, diese Filmreihe zu produzieren, ist der, mittels Reisen diese wunderschöne Welt und ihre Menschen zu zeigen.“

„Dreh hier in vollen Zügen genossen“

Auch beim US-amerikanisch-australischen Regisseur Christopher McQuarrie hat Wien einen sichtlich guten Eindruck hinterlassen. „Wir haben den Dreh hier in vollen Zügen genossen“, sagte der 47-Jährige. „Alle waren so wundervoll und haben uns mit offenen Armen empfangen.“ „Rogue Nation“ ist nach „Operation Walküre“ und „Edge of Tomorrow“, für die er als Drehbuchautor bzw. Produzent tätig war, sowie „Jack Reacher“ seine bereits vierte Kollaboration mit Tom Cruise. „Das Besondere an ihm ist, dass er ein guter Filmemacher ist“, schwärmte McQuarrie. „Man erwartet von ihm, ein guter Schauspieler, ein großer Star zu sein, aber wenn er am Set auftaucht, versteht er genau, was wir tun. Auch als Schauspieler ist er außergewöhnlich: Was er denen gibt, mit denen er dreht, ist unglaublich.“

Rebecca Ferguson kann das vermutlich bestätigen, ist die gebürtige Schwedin als mysteriöse Ilsa Faust in „Rogue Nation“ doch an der Seite von Cruise in ihrer ersten Kinohauptrolle zu sehen. „Das Unglaubliche an diesem Film ist, dass wir kaum etwas vor Green Screen, sondern fast alles vor Ort gedreht haben“, erzählte die 31-Jährige. „Wenn wir also vom Dach springen, dann von jenem der Wiener Staatsoper. Und wenn wir uns auf Motorrädern verfolgen, dann auf der Autobahn durch Marokko.“

Bereits zum dritten Mal als Ethan Hunts Sidekick Benji Dunn vor der Kamera stand indes Simon Pegg. „Die Erinnerungen an Wien sind noch so frisch, es ist gerade mal elf Monate her, seitdem ich unweit von hier aus dem Hotel Bristol gekommen bin und mich durch die Innenstadt bewegt habe, ohne angesprochen zu werden“, so der 45-Jährige in Bezug auf den Trubel der vergangenen Tage. Bei seinem dritten „Mission: Impossible“-Einsatz kommt dem Briten eine wesentlich wichtigere Rolle zu. „Das nächste Mal hänge ich auch wie Tom am Flugzeug, aber nackt - das können Sie zitieren!“ Neben der Agentenreihe ist Pegg, bekannt aus Komödien wie „Shaun of the Dead“ an der Seite von Nick Frost, demnächst auch in „Star Trek 3“ sowie in der „Star Wars“-Fortsetzung zu sehen. „Das sind Filme, auf die viele Leute schon so lange warten, und wir werden sie nicht enttäuschen!“

Für Enttäuschung und manch Ärger hatte hingegen die großflächige Ringsperre für die Weltpremiere im Vorfeld u.a. bei Wirtschaftskammer und Autofahrern gesorgt. „Ich verstehe einerseits die Menschen, wenn sie in ihrem Alltag beeinträchtigt sind“, zeigte sich Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) am roten Teppich verständnisvoll. „Auf der anderen Seite muss man auch sagen: Das ist so eine tolle Werbung für Wien, dass man da auch ein bisschen tolerant sein muss.“ (APA)


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