Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.10.2017


“Ama Dablam“

Messner weiß mit neuem Film in den Bann zu ziehen

Beim „International Mountain Summit“ hat Reinhold Messner seine zweite Regie-Arbeit vorgestellt – es geht um die Ama Dablam.

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© privat



Von Irene Rapp

Brixen – Einer der beklemmendsten Momente konfrontiert den Zuseher gleich zu Beginn mit den Angstbildern anspruchsvoller alpiner Unternehmungen: Eine Seilschaft hängt in einer vereisten Wand, eine Lawine reißt sie in die Tiefe, ein Bergsteiger wird dabei getötet und aus dem Seil geschnitten, um den Kameraden einen Hauch der Rettung zu ermöglichen. Und dann sieht man sekundenlang in Zeitlupe den toten Körper in die Tiefe fallen.

Keine Frage, Reinhold Messner weiß auch als Regisseur, wie er in den Bann ziehen kann. Am Montag wurde im Rahmen des „International Mountain Summit“ in Brixen in Südtirol seine zweite Regiearbeit für ServusTV-Bergwelten präsentiert: „Ama Dablam – Drama am heiligen Berg“ lautet der Titel des Doku-Dramas, und natürlich hat sich die Geschichte so ereignet, wie eingangs erwähnt.

1979 wollen vier Neuseeländer, darunter Peter Hillary – Sohn des Mount-Everest-Erstbesteigers Edmund Hillary –, die Ama Dablam besteigen. „Ein Berg, der den Nepalesen heilig ist, der nicht bestiegen werden soll“, erzählt Messner im Film. Dabei kommt es zu dem Unglück, zwei der drei Überlebenden sind schwer verletzt.

Zeitgleich befindet sich eine andere Expedition im Basis-Lager: darunter Reinhold Messner, der gebürtige Vorarlberger Oswald Oelz, der Innsbrucker Wolfgang Nairz und Horst Fankhauser, ehemaliger Wirt der Franz-Senn-Hütte. Messner und Oelz steigen in die Wand, um der Seilschaft zu helfen – sie laufen fast hoch, um zu retten, was zu retten ist. „Reinhold und ich haben uns angeschrien, wir haben uns gefürchtet. Aber das war der beste Adrenalin-Trip meines Lebens“, erzählt Oelz, der in Brixen anwesend war. Über 30 Jahre danach sah er bei den Dreharbeiten auch Peter Hillary wieder – „das war schon wunderbar“. Nairz und Fankhauser versuchen inzwischen, anderweitig Hilfe zu organisieren. Schlussendlich kann ein Hubschrauber die Verunfallten aus der Wand und ins Tal fliegen.

Das Doku-Drama – das am 30. Oktober um 20:15 Uhr in ServusTV zu sehen ist – erzählt von dieser dramatischen Rettungsaktion, geht aber auch auf die Anziehungskraft der 6814 Meter hohen Ama Dablam ein. Einige der dramatischen Szenen wurden am Ortler in Sulden nachgestellt – der Sohn von Reinhold Messner, Simon, schlüpfte dabei in die Rolle seines Vaters. „Die Ama Dablam ist ein faszinierender Berg und diese Rettungsaktion eine faszinierende Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf“, sagt der 26-Jährige in Brixen.

Weitere Highlights rund um das Thema Berg liefert das „International Mountain Summit“ noch bis 15. Oktober im Forum in Brixen. Am 12. Oktober wird etwa Peter Habeler gewürdigt, der heuer 75 Jahre alt geworden ist.

Infos: www.ims.bz


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