Letztes Update am Sa, 03.03.2018 14:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Big Bounce

Tiroler gewann RTL-Show: Preisgeld geteilt, für Neues bereit

Er war der eine von 4000 Bewerbern: Das Kapitel „Big Bounce“ hat der Tiroler Lorenz Wetscher erfolgreich abgeschlossen. Nun kommen neue Herausforderungen auf ihn zu. Wie es weitergeht und was er mit 100.000 Euro macht, verriet er der TT.

Umarmung im Konfettiregen: Konkurrenzdenken gab es bei den beiden Freunden Lorenz und Simon im Finale nicht.

© MG RTL D / Markus HertrichUmarmung im Konfettiregen: Konkurrenzdenken gab es bei den beiden Freunden Lorenz und Simon im Finale nicht.



Von Tamara Stocker

Lorenz mit den Moderatoren Wolff-Christof-Fuß und Matthias Opdenhövel.
Lorenz mit den Moderatoren Wolff-Christof-Fuß und Matthias Opdenhövel.
- MG RTL D / Markus Hertrich

Innsbruck – Zum „Big Bounce“-Finale in die Niederlande musste Lorenz Wetscher (19) noch alleine reisen – die RTL-Trampolinshow wurde bereits Anfang Dezember aufgezeichnet. Am Freitag, beim großen Public-Viewing in Hall, waren sie dann alle da. Von Mama, Papa und Schwester über stolze Tanten bis hin zur pfiffigen Oma, die mit ihrem iPad die schönsten Momente des Abends fotografisch festhielt.

Und davon gab es einige. Erst zog Lorenz als Achtbester von 40 in die Top 16 ein. Dann stach er in den drei K.o.-Runden sowohl die jüngsten, als auch den favorisierten ältesten Kandidaten aus. Von Etappe zu Etappe wurden die Jubelgesänge im Trainingszentrum der „4 Elements Academy“ lauter. Wenn Lorenz an der Reihe war, übertönte der Applaus das Geschehen auf der Leinwand – aber seine Mimik sprach ohnehin Bände.

„Ich musste mich fast übergeben“

Allen voran beim letzten Hindernis, dem „Big Bounce“, stieß der 19-Jährige an seine physischen und psychischen Grenzen. „Ich war kurz davor, mich zu übergeben“, erinnert er sich im Gespräch mit der TT. Es galt, zwischen acht Meter langen Trampolinwänden senkrecht nach oben zu springen. Sowohl der Wattenberger als auch sein verbliebener Mitstreiter aus Bayern, Simon Brunner (20), brauchten dafür allerhand Anläufe. Mehrmals rutschten die Burschen wieder nach unten, teilweise waren sie nur Zentimeter vom Ziel entfernt. Lorenz legte eine Verschnaufspause ein. „Da hab‘ ich mir nur gedacht, bitte schafft Simon es jetzt, ich kann nicht mehr.“ Am Ende war es dann aber Lorenz, der im Duell Österreich gegen Deutschland die Nase vorne hatte. Was bleibt, war ein ordentlicher Muskelkater und 100.000 Euro Preisgeld.

Die Gewinnsumme gibt der 19-Jährige aber nicht alleine aus. Einen Teil hat er seinem finalen Konkurrenten und Kumpel Simon Brunner abgegeben. Dass ausgerechnet sie es unter die besten zwei schafften, war wohl eine Fügung des Schicksals. „Wir haben in der Vorrunde noch Scherze darüber gemacht“, erzählt der Tiroler. Seitdem sind die beiden richtig gute Freunde. Vergangene Woche reiste Lorenz gar nach Köln, um Simon bei der RTL-Show „Team Ninja Warrior“ die Daumen zu drücken.

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Wiedersehen im TV

Und auch Lorenz selbst verschwindet noch nicht von der Bildfläche. Im Gegenteil, aktuell kann sich der 19-Jährige vor Angeboten und Aufträgen kaum retten. „Was mich genau erwartet ist für mich selbst noch ein großes Überraschungsei“, verrät er. Fix ist die Teilnahme an einer neuen RTL-Show, die im Juni in Spanien aufgezeichnet wird. Nachdem er sich 2017 in der Österreich-Ausgabe versuchte, will er es heuer bei „Ninja Warrior Germany“ wissen.

Lorenz und Simon sind seit der Vorrunde der Show dicke Freunde.
Lorenz und Simon sind seit der Vorrunde der Show dicke Freunde.
- Foto Rudy De Moor / Tiroler Tage

Und gerne würde er auch die Mission Titelverteidiung bei „Big Bounce“ angehen. Eine zweite Staffel ist bereits fixe Sache. Eventuell gibt es auch in anderen RTL-Formaten ein Wiedersehen mit dem Tiroler. Und dann wäre da noch ein weiteres Standbein als Model – seit Kurzem ist er das Gesicht der Tiroler Sportmarke Chillaz, eine Modelagentur hat bereits ihr Interesse bekundet.

All der Rummel um seine Person ist für den bodenständigen 19-Jährigen neu. Um da den Durchblick zu behalten, steht ihm sein sportlicher Wegbereiter und Freerunning-Trainer Lukas Steiner mit Rat und Tat zur Seite. Als Dank für seine Unterstützung in den vergangenen Jahren hat Lorenz von seinem Preisgeld ein Trampolin für das ebenfalls neue Trainingszentrum springen lassen.

Stolze Eltern

Nicht nur auf Lukas, auch auf seine Familie kann Lorenz zählen. Nach Konfettiregen und ersten Glückwünschen ergriff am Freitagabend Papa Gerhard das Wort. Neben vielen Familienmitgliedern sind auch Freunde, Nachbarn und Sponsoren gekommen. Der 48-Jährige ließ erst den sportlichen Werdegang seines Sohnes Revue passieren, dann teilte er einige witzige Anekdoten, wie etwa einen waghalsigen Sprung vom Hausdach.

Der Wechsel vom Musizieren zum Parkour- und Freerunningsport stieß bei seinen Eltern nicht sofort auf Begeisterung, es dauerte aber nicht lange, bis Lorenz die beiden mit seiner Leidenschaft ansteckte. Heute sind die beiden umso stolzer auf ihren Sprössling. „Egal, wo es dich hinverschlägt. Wenn du Ruhe brauchst, weißt du ja wohin du kommen kannst“, versicherten sie.

Von Ruhe ist aber erstmal keine Rede. Zwischen all dem Trubel steht für Optiker-Lehrling Lorenz am kommenden Mittwoch die Lehrabschlussprüfung auf den Programm. Aber auch diese Herausforderung wird der Überflieger sicherlich meistern.

Zeiten aus allen Läufen: Die Ausgangslage bzw. der Vergleich zwischen Simon und Lorenz vor dem Finale.
Zeiten aus allen Läufen: Die Ausgangslage bzw. der Vergleich zwischen Simon und Lorenz vor dem Finale.
- Screenshot