Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.03.2018


Innsbruck-Land

Fernsehstars aus China machen Tirol unsicher

Eine chinesische Realityshow mit über 100 Millionen Zusehern dreht an sechs Orten rund um Innsbruck. Der TVB erwartet sich einen Riesenwerbewert.

© Thomas Boehm / TT



Von Denise Daum

Axams, Kühtai – Was haben Sydney, Prag, Shanghai und Kühtai gemeinsam? Sie sind Drehorte der beliebten chinesischen Realityshow „Keep Running“. In der Fernsehsendung treten chinesische TV-Stars in diversen Jux-Wettkämpfen gegeneinander an. Gedreht wird dieses Wochenende an sechs verschiedenen Locations rund um Innsbruck. Neben einem Skihang in Kühtai, der dafür extra gesperrt wird, ist das Freizeitzentrum Axams einer der (eigentlich geheim gehaltenen) Austragungsorte.

Christian Abenthung, Bürgermeister und Geschäftsführer des Schwimmbads, erwartet ein Mordsspektakel, „ohne ganz genau zu wissen, was auf uns zukommt“. Die Crew bestehe aus rund 200 Leuten, inklusive Securitys für die Stars. „Das Ganze ist sehr professionell aufgezogen und läuft in Zusammenarbeit mit einer Wiener Produktionsfirma.“ Bereits heute Freitag ist das Freizeitzentrum für die Vorbereitungsarbeiten gesperrt. Unter anderem muss etwas Wasser aus den Becken gelassen werden. „Damit uns keiner untergeht. Die Chinesen haben ein bisschen Angst vor Wasser“, erklärt Abenthung. Wie die chinesischen Produzenten ausgerechnet auf das Axamer Freizeitzentrum gekommen sind, weiß der Bürgermeister nicht. Zugesagt hat er nicht nur wegen des erwarteten Werbewerts – rund 150 Millionen Chinesen sollen die Sendung regelmäßig verfolgen –, es ist auch ein lukratives Geschäft. „Wir konnten einen sehr guten Vertrag abschließen. Und das Beste ist: Wir haben das Geld bereits auf dem Konto“, freut sich Abenthung.

Eine Freude mit den Dreharbeiten hat auch Karin Seiler-Lall, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Innsbruck und seine Feriendörfer, der mit der Produktionsfirma in engem Kontakt steht. Ursprünglich wäre geplant gewesen, in Salzburg zu drehen. Aufgrund der gebotenen Vielfalt – Stadt, Berge, Natur – habe sich das Fernsehteam doch von Innsbruck und Umgebung überzeugen lassen. „Die Produktion ist sehr aufwändig und es geht turbulent zu. Trotzdem freuen wir uns sehr, dass wir die chinesischen Fernsehleute bei uns haben“, erklärt Seiler-Lall. Der Werbewert sei „enorm“.