Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.07.2018


Kino

,,The Rock“ und ein flammendes Inferno in Hongkong

© UPIDwayne Johnson als kletterbegabter Sicherheitsexperte im Katastrophenfilm „Skyscraper“.



Innsbruck – „Make China great again.“ Das haben sich die Produzenten des neuesten Export-Sommerblockbusters „Skyscraper“ gedacht. Ungeachtet des wirtschaftlichen Geplänkels zwischen Trump und China produziert Hollywood mittlerweile immer deutlicher auch für den rasant wachsenden fernöstlichen Markt. Als Wirtschaftsdelegierter der Filmindustrie darf diesmal Dwayne „The Rock“ Johnson nach China reisen. Sein Auto-Actioner „Fast and Furious“ spielte dort immerhin 400 Millionen ein. Deutlich mehr als in den USA oder sonstwo.

Mit „Skyscraper“ rückt nun auch der Inhalt näher zum zahlungskräftigen Publikum, mit Anklängen an den Steve-McQueen-Katastrophen-Klassiker „Flammendes Inferno“ (1974). Der beinamputierte Ex-Elite-Polizist Will Sawyer (Johnson) kommt als Sicherheitsexperte zum Bau eines Megawolkenkratzers. Das Hochhaus ist mit seinen 3500 Fuß (mehr als 1000 Meter) definitiv „bigger“ als jeder Trump Tower. Als Großkriminelle den Turm in Brand setzen, um den Bauherrn zu erpressen, schreitet „The Rock“ zur Tat. Mit einem Hauch Nakatomi Plaza, aber ohne den dreckigen Witz von „Stirb langsam“ vollführt er Adrenalin-Stunts an der Fassade des brennenden Gebäudes. Die Schwächen des Films kann die eindrucksvolle Digital-Architektur jedoch nicht kompensieren. Holzschnittartig baut der Film einige spektakuläre Szenen aufeinander und mischt zur Saubermann-Moral ein Übermaß an Familien-Kitsch. Comedy-Autoren-Regisseur Rawson Marshall Thurber lässt somit keinen Zweifel aufkommen, dass sich die Risikobereitschaft in den hanebüchenen One-Man-Aktionen seiner Hauptfigur erschöpft. (maw)


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