Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.11.2018


Kino

“Verschwörung“: Schillernd im skandinavischen Nebel

Nach Noomi Rapace und Rooney Mara wird Lisbeth Salander jetzt von „The Crown“-Star Claire Foy gespielt.<span class="TT11_Fotohinweis">Foto: Sony</span>

© Nach Noomi Rapace und Rooney Mara wird Lisbeth Salander jetzt von „The Crown“-Star Claire Foy gespielt.Foto: Sony



Lisbeth Salander ist der vielleicht coolste Export Schwedens seit Pippi Langstrumpf: Cyber-Punk, Rächerin an gewalttätigen Männern und Motorrad-Akrobatin mit schlechten Manieren. Wenig überraschend, dass die Heldin von Stieg Larssons „Millenium"-Trilogie zur gefragten Filmfigur wurde: Zunächst gespielt von Noomi Rapace in Schweden, dann — 2011 — in Hollywood. Für David Finchers Adaption von „Verblendung" gab Rooney Mara das Mädchen mit dem Drachen-Tattoo.

Nun, nach langem Produktions-Hickhack, kehrt Lisbeth Salander ins Kino zurück: Grundlage von „Verschwörung" ist aber kein Roman des 2004 verstorbenen Larsson, sondern „The Girl In The Spider's Web" von David Lagercrantz, der die Millenium-Reihe seit 2015 fortsetzte.

In „Verschwörung" wird Lisbeth mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert — und gerät in eine mäßig packende Geheimdienst-Affäre um ein Raketen-Programm, das sie zwecks Vernichtung stehlen soll. Claire Foy, bekannt aus der Serie „The Crown", überzeugt als Heldin. Der Investigativ-Journalist Mikael Blomkvist (Sverrir Gudnason) verkommt hingegen zum Stichwortgeber. Allerdings verlässt sich Regisseur Fede Alvarez zu sehr auf seine schillernde Hauptfigur und skandinavischen Effekt-Nebel, Psychologie und letztlich auch die Spannung kommen zu kurz. (maw)

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