Letztes Update am Fr, 25.01.2019 18:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fernsehen

„Traumschiff“-Kapitän Silbereisen für Heide Keller „Fehlbesetzung“

Die Kommandobrücke des TV-Klassikers „Das Traumschiff“ ist wieder besetzt: Florian Silbereisen hat nach dem Abgang von Sascha Hehn künftig das Sagen an Bord. Die Dreharbeiten beginnen schon bald.

Florian Silbereisen (r.) tritt die Nachfolge von Sascha Hehn an.

© ZDF/Dirk BartlingFlorian Silbereisen (r.) tritt die Nachfolge von Sascha Hehn an.



Berlin – Es gibt wenige Jobs im deutschen Fernsehen, die so mit Bedeutung aufgeladen sind, wie das Kapitänsamt auf dem „Traumschiff“. Jahrelang steuerten gesetzte, altersweise Herren den quotenträchtigen ZDF-Dampfer über die Weltmeere. Damit ist jetzt Schluss: Der Neue ist 37 Jahre alt und tätowiert. Der Nachfolger von Sascha Hehn (64) heißt Florian Silbereisen. Ein Generationswechsel auf der MS „Amadea“. Der Star selbst spricht von einer „ganz großen Ehre“.

Drehbeginn im Februar

Das ZDF schafft am Freitag Klarheit darüber, wem es die Kommandobrücke des legendären TV-Dampfers anvertrauen will. Silbereisen sei einer der interessantesten und beliebtesten Entertainer der jüngeren Generation, erklärt die stellvertretende ZDF-Programmdirektorin Heike Hempel. Er setze die von Produzent Wolfgang Rademann begründete Tradition fort, „Fiktion und Entertainment auf dem Schiff zusammenzuführen“. Rademann, der das Format erfunden hatte, ist im Jahr 2016 gestorben.

Auch für Silbereisen bedeutet das eine große Veränderung. Frisch getrennt von Schlagerstar Helene Fischer stellt er auch beruflich die Weichen neu. Als Schauspieler ist er bislang kaum in Erscheinung getreten. 2017 hatte er immerhin schon mal einen Gastauftritt in der ZDF-Reihe. Als Kapitän Max Prager kehrt er nun zurück an Bord. An Weihnachten und Neujahr soll er erstmals in der neuen Rolle zu sehen sein. Das „Traumschiff“ steuert dann die Karibik und Kolumbien an. Die Dreharbeiten beginnen im Februar.

„Mit allergrößtem Respekt und Leidenschaft“ dabei

Ganz einfach ist der Rollenwechsel von Natur aus nicht. Das „Traumschiff“ ist eine Art deutsches Kulturgut und hat viele treue Fans. Die Quoten pendelten sich zuletzt bei fünf bis sechs Millionen Zuschauern pro Folge ein. Die Frage, wer künftig Chef in weißer Uniform ist, ist dementsprechend eine von nationaler Bedeutung.

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Vor Sascha Hehn (2014 bis 2019) hatten Siegfried Rauch (1999 bis 2013), Heinz Weiß (1983 bis 1999) und Günter König (1981 bis 1982) das Sagen auf der Kommandobrücke. Für die anstehende Folge zu Ostern springt quasi aushilfsweise Schauspieler Daniel Morgenroth als Erster Offizier Martin Grimm ein.

Silbereisen selbst nennt es eine große Ehre, den Fernsehdampfer als Kapitän in die Zukunft steuern zu dürfen. Rademann sei es immer gelungen, „überraschende Geschichten, namhafte Stars und die ganz große Show miteinander zu verbinden“. Er sagt: „Ich werde mit allergrößtem Respekt und mit allergrößter Leidenschaft versuchen, sein Erbe auch in dieser neuen Rolle in seinem Sinne fortzuführen.“

Gegenwind und Lob

Aber wie es so ist: Kaum auf der Kommandobrücke, weht ihm auch schon etwas Wind ins Gesicht. Schauspielerin Heide Keller (79), jahrzehntelang als Chefhostess Beatrice auf dem „Traumschiff“ unterwegs, hält ihn etwa für eine „totale Fehlbesetzung“, wie sie der Deutschen Presse-Agentur sagt. „Mit dem „Traumschiff“-Kapitän verbindet man nicht einen fröhlichen Buben, der mit guter Laune zu Musik auf der Bühne rumhüpft“, erläutert sie. Der Kapitän auf dem „Traumschiff“ sei kein netter Unterhalter. „Das ist ein Mann, dem man auch bei Sturm und Katastrophen sein Leben anvertraut“, sagt die Schauspielerin. Silbereisen fällt für sie offenkundig nicht in dieses Rollenprofil. Das ZDF kommentierte die Kritik nicht.

Moderator und Schauspieler Harald Schmidt (61), der in der Serie den Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle spielt, dagegen freut sich bereits auf seinen neuen Chef. Er lässt knapp ausrichten: „Ich gratuliere allen Beteiligten zu dieser Entscheidung.“ (dpa)