Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.02.2019


Bezirk Schwaz

Eine Prise Schwaz im „Wilden Sommer“

Regisseurin Anita Lackberger bei der Schwaz-Premiere. „Der Dreh hier hat Spaß gemacht, weil man merkt, das viele hier mit Theater zu tun haben.“

© DählingRegisseurin Anita Lackberger bei der Schwaz-Premiere. „Der Dreh hier hat Spaß gemacht, weil man merkt, das viele hier mit Theater zu tun haben.“



Schwaz – Der Knappensaal war zu klein für den großen Andrang: Die Schwaz-Premiere des Kinofilms „Ein Wilder Sommer – Die Wachausaga“ wurde daher am Donnerstag in den Silbersaal verlegt. Viele waren neugierig auf die laut Einladung der Stadtgemeinde „tollen Aufnahmen von Schwaz und der Beteiligung von diversen Einrichtungen, Schwazern sowie Vereinen“.

Doch wie der Titel des 2:35 (!) Stunden langen Films von Regisseurin Anita Lackenberger schon ahnen ließ, war hauptsächlich die Wachau im Bild. Einzelne Stadtansichten und Gasthausaufnahmen (Schloss Freundsberg, Gasthof Hirschenkreuz) aus der Silberstadt wurden im Film als „Tirol“ deklariert. Innsbruck, wo auch gedreht wurde, wurde mehrfach namentlich genannt. Kein Wunder, dass sich daher einige Zuschauer mehr aus ihrer Schwazer Heimat in der 2,1 Mio. € teuren Produktion erwartet hatten. „Wir haben wahrscheinlich um ein Vielfaches weniger den Film gefördert“, erklärt Stadtmarketing-Chef Manfred Berkmann und spricht von 6600 € netto als Schwazer Filmförderung. Immerhin findet sich das Schwaz-Logo auf Premierenplakaten und im Abspann.

BM Hans Lintner begrüßte die Zuschauer im Silbersaal, bevor die Regisseurin sowie Kameramann Gerhard Mader das Wort ergriffen.
BM Hans Lintner begrüßte die Zuschauer im Silbersaal, bevor die Regisseurin sowie Kameramann Gerhard Mader das Wort ergriffen.
- Dähling

Die Story handelt von einer Gasthauseröffnung und Fabrikschließung in einer Kleingemeinde in der Wachau und davon, wie sich die Arbeitslosigkeit der Fabrikarbeiter auf ihr Schicksal, das ihrer Familien und das Dorfleben auswirkt. Hervorstechend hier Martin Leutgeb als rechte Hand des Fabrikchefs. Verbittert ersäuft er seinen Frust im Alkohol und lässt ihn schlagkräftig an seiner Frau aus. Apropos Alkohol: Dessen Genuss wird im in den 1980er-Jahre spielenden „Wilden Sommer“ genauso zelebriert wie das Rauchen: keine Lebenslage ohne Glimmstängel. Tabus gibt’s auch nicht beim wiederholten Nacktbaden und in der Liebe, durch deren Irrungen und Wirrungen sich u. a. Dagmar Bernhard (Anna) und Tim Bettermann (Kurt) kämpfen. (ad)