Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.02.2019


Film und TV

Wider das Vergessen: Film über von Nazis getöteten Oberländer Pfarrer

In “Otto Neururer - Hoffnungsvolle Finsternis“ geht es um das Schicksal des Götzener Pfarrers und seine grausame Ermordung durch die Nazis im Konzentrationslager.

Ottfried Fischer in einer Szene des Otto-Neururer-Films.

© AVG ProduktionOttfried Fischer in einer Szene des Otto-Neururer-Films.



Innsbruck – In Piller in der Gemeinde Fließ wurde er im Jahr 1882 geboren, viele Jahre hat er im Land gewirkt. Der Pfarrer Otto Neururer hatte immer wieder vor dem Nationalsozialismus gewarnt, wurde deshalb von den Nazis verhaftet und 1940 im Konzentrationslager Buchenwald umgebracht. Ein kürzlich fertiggestellter Film erzählt die Geschichte des von Papst Johannes Paul II. seliggesprochenen Oberländers. Am 4. Oktober feiert er in Innsbruck Premiere.

Die kleine Tiroler Produktion „Otto Neururer – Hoffnungsvolle Finsternis“ wurde vom bekannten bayerischen Schauspieler Ottfried Fischer mitfinanziert, auch übernahm er in dem 90 Minuten langen Streifen die Rolle eines Priesters, der sich mit weiteren Protagonisten auf die Spuren Neurures begibt. „Deutschland und auch Österreich haben eine unselige Vergangenheit. Die Bewältigung dieser darf nie abstumpfen, die Warnung vor dem, was passieren kann, nicht zu kurz kommen“, sagte er gestern bei der Präsentation des Filmes in Innsbruck. Besonders dieser Aspekt – und die Tatsache, dass sich persönliche Schicksale wie jenes von Otto Neururer besonders dafür eignen – habe ihn dazu bewogen, bei dem Projekt mitzuwirken, erklärte Fischer.

Für Regisseur Hermann Weiskopf hat sein Werk einen didaktischen Wert, der es schafft, den Menschen zu verstehen zu geben „was gut und schlecht, was recht und böse ist“. Der Film läuft in nächster Zeit auf mehreren Festivals, nach der Premiere gibt es eine zehnwöchige Kino-Tour durch ganz Österreich.

Als Schirmherren für den Otto-Neururer-Streifen fungierten Altlandeshauptmann Herwig van Staa, die evangelische Altsuperintendentin Luise Müller, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Tirol Günter Lieder und Bischof Hermann Glettler. Letzterer findet, „dass es in einer Zeit, wo es viel Schattiges gibt, gut tut, so eine Lichtgestalt wie Neururer vor Augen gehalten zu bekommen“. (bfk)

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