Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.03.2019


Filmfestival

Diagonale nimmt „projizierte Weiblichkeit(en)“ in den Fokus

Schauspielerin Rose McGowan hat sich zur Diagonale angekündigt.

© AFPSchauspielerin Rose McGowan hat sich zur Diagonale angekündigt.



Das Grazer Festival „Diagonale" widmet sich ab 19. März wieder sechs Tage lang verdichtet dem österreichischen Filmschaffen, das sich „sehr kritisch und hellwach" zeige, meinte Intendant Peter Schernhuber gestern bei der Programmpräsentation. Sebastian Höglinger, die zweite Hälfte des Diagonale-Intendantenduos, betonte, der österreichische Film sei „unbeeindruckt selbstbewusst". Das spiegelt sich auch in der Auswahl und Vielfalt der Themen wider, wobei besonders einige Dokumentar- und Kurzfilme Akzente setzen.

Eröffnet wird allerdings wieder mit einem Spielfilm: Marie Kreutzers „Der Boden unter den Füßen" erfährt seine Österreichpremiere, ebenso „Die Kinder der Toten" nach dem Roman von Elfriede Jelinek. „Kaviar" von Elena Tikhonova spielt mit russisch-österreichischen Stereotypen, während Tobias Hermelings „Schauspielerin" sich Beruf, Berufung und Druck eines Künstlerinnenlebens widmet. Auch Nikolaus Geyrhalters bei der Berlinale ausgezeichneter Dokumentarfilm „Erde" wird in Graz zu sehen sein.

Birgit Minichmayr, die heuer mit dem Diagonale-Schauspielpreis ausgezeichnet wird, wird den Kurzfilm „Die Sünderinnen vom Höllfall" von Veronika Franz und Severin Fiala präsentieren. Als Special wurde „Über-Bilder: Projizierte Weiblichkeit(en)" ins Programm genommen: Gezeigt werden u. a. Ulrich Seidls „Models" (1998) und Willi Forsts „Maskerade" (1934). Geplant ist auch eine Veranstaltung mit US-Schauspielerin und #MeToo-Aktivistin Rose McGowan. Ein weiteres Special ist dem Wiener Schauspieler Hanno Pöschl gewidmet. (TT)


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