Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Film und TV

Einzigartige Einblicke in die Lokalgeschichte

Die Dorf-Werk-Statt Mühlau lädt morgen zum Jubiläums-Filmabend: Die inhaltliche Palette reicht von den Schwarzen Mandern bis zur Patscherkofelbahn.

Die bewegte Geschichte der 1928 eröffneten Patscherkofelbahn steht im Fokus eines Filmbeitrags von Christoph Weingartner.

© Stadtarchiv InnsbruckDie bewegte Geschichte der 1928 eröffneten Patscherkofelbahn steht im Fokus eines Filmbeitrags von Christoph Weingartner.



Innsbruck – „25 Jahre Filmgeschichte Mühlau und Innsbruck“ lautet morgen Freitag um 20 Uhr das Motto im Mehrzwecksaal der Volksschule Mühlau: Seit 1994 führt der Verein Dorf-Werk-Statt Mühlau regelmäßig Film­abende durch. Und schon seit 1959 (!) hält der Mühlauer Christoph Weingartner die Geschichte, das Alltagsleben und Festveranstaltungen in Mühlau und Innsbruck in Bild und Ton fest. Sein Werk, inzwischen unglaubliche 250 Filme, bildet den Grundstock für die „Mühlauer Filmchronik“, eine einzigartige Dokumentation der Lokalgeschichte.

Weingartner zeigt die Filme – bei denen er von seinem Sohn Klaus schnitttechnisch unterstützt wird und die in der Mühlauer Dorfstube lagern – immer wieder, auf Anfrage oder etwa beim Seniorentreff.

Die „Seilschwebebahn“ auf den Kofel, künstlerisch dargestellt von August Moser.
Die „Seilschwebebahn“ auf den Kofel, künstlerisch dargestellt von August Moser.
- Stadtarchiv Innsbruck

Am Jubiläumsabend wartet nun ein vielfältiges Programm mit einer Spieldauer von ca. 100 Minuten, wobei die Beiträge inhaltlich vom Mittelalter bis ins Jahr 2018 führen.

Zu sehen gibt es einen Trailer mit Kurzausschnitten aus 25 Jahren Filmgeschichte, gefolgt von einer Zeitreise durch das „Fabriksdorf“ vom 15. bis ins 19. Jahrhundert. Thema ist dabei u. a. der Guss der Bronzestatuen für das Grabmal Kaiser Maximilians I. – die „Schwarzen Mander“ wurden nämlich großteils in Mühlau gefertigt. Die Ausrüstung der Feuerwehr Mühlau im Wandel der Zeit ist Inhalt eines weiteren Filmbeitrags.

Besonders spannend dürfte der Einblick in die bewegte, über 90-jährige Geschichte der Patscherkofelbahn werden – bekanntlich ein Thema, das viele Innsbrucker bis heute stark emotionalisiert. Bei ihrer Eröffnung 1928 war die Bahn mit 3800 Metern die längste Seilbahn Österreichs. Schon der Transport des 50 Tonnen schweren Drahtseils per Staatsbahn nach Innsbruck und weiter per Straßenbahn (Mittelgebirgsbahn) nach Igls gestaltete sich spektakulär.

„Anfangs verkehrten noch holzverkleidete Gondeln für 24 Personen“, berichtet Weingartner, Metallkabinen gab es erst ab 1946. Die filmische Reise führt bis zur neuen, viel diskutierten Einseilumlaufbahn, die im Dezember 2017 in Betrieb ging.

Freiwillige Spenden fließen zur Gänze an das Soziale Netzwerk Mühlau. (md)


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