Letztes Update am Mi, 10.04.2019 15:51

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Bernd Eichinger wäre 70 geworden: TV-Programm erinnert an Filmmogul

„Der Name der Rose“, „Der Untergang“ oder „Der Baader Meinhof Komplex“ — wenn Bernd Eichinger bei einem Filmprojekt dabei war, war der Erfolg meist sicher. Ein Schock, als er 2011 starb. Nun wäre Eichinger 70 geworden — mehrere TV-Sendungen erinnern an ihn.

Am 11. April 2019 wäre Bernd Eichinger 70 Jahre geworden.

© APA/dpa/HaseAm 11. April 2019 wäre Bernd Eichinger 70 Jahre geworden.



München — Die Filmwelt war geschockt: Bernd Eichinger, der legendäre Filmproduzent — tot? Viele wollten die Nachricht, die am 25. Januar 2011 kursierte, nicht glauben. Doch aus dem Gerücht wurde traurige Gewissheit. Einen Tag zuvor war Eichinger in Los Angeles bei einem Essen mit Freunden und Familie in Hollywood gestorben, mit 61 Jahren an einem Herzinfarkt.

Ein Vollblut-Filmemacher, der mit ansteckender Leidenschaft viele erfolgreiche Streifen ins Kino gebracht hatte wie den Mittelalterkrimi „Der Name der Rose" oder das oscargekrönte Drama „Nirgendwo in Afrika". Am Donnerstag, 11. April, wäre Eichinger 70 Jahre alt geworden.

"Filmsüchtig" mit Hang zum Maßlosen

Tele5 und das BR Fernsehen erinnern an den Münchner. Mehr als 70 Filme hatte Eichinger in 30 Jahren produziert, mit feinem Gespür für gute Geschichten, aber immer wieder auch umgetrieben von Zweifeln und Versagensängsten. Als „filmsüchtig" beschrieb er sich selbst. „Er hat etwas Maßloses", sagte mal der Regisseur Uli Edel, der mit dem Filmmogul gut befreundet war.

Kein Wunder, dass so manche Geschichten über Eichinger kursierten, der sich gern mit schönen Frauen umgab und oft in lautes, ansteckendes Lachen ausbrach. So soll er auf dem Münchner Filmball Champagner aus einem Damenschuh getrunken haben. Auch sonst feierte er gerne ausschweifend. „Bernd ist nicht ersetzbar", sagte die Schauspielerin Iris Berben kurz nach seinem Tod. Und Til Schweiger meinte, „er hinterlässt eine Riesenlücke".

Ähnlich sieht es Martin Moszkowicz. Er ist seit 2014 Chef der Münchner Traditions-Filmfirma Constantin, die Eichinger 1978 übernommen hatte und der er nach dem Ausscheiden 2006 als Produzent eng verbunden blieb. „Bernd Eichinger hatte als Produzent eine einmalige Mischung aus leidenschaftlicher Neugierde, schlachterprobtem Selbstvertrauen, kluger Teamfähigkeit und Furchtlosigkeit", erinnert sich Moszkowicz anlässlich des 70. Geburtstags von Eichinger. „Am meisten fehlt aber die endlose Leidenschaft und die klare Zielsetzung, Menschen zu unterhalten."

Einblicke in Eichingers Werk im TV:

Mittwoch:

  • Tele 5 um 20.15 Uhr: Sonderreihe „D-Movies Spezial: Bernds Beste" mit dem zweiteiligen Politthriller „Opernball" von 1998, in dem auf den Wiener Opernball ein Giftgasanschlag verübt wird.
  • BR Fernsehen um 22.45 Uhr: Dokumentarfilm „Der Bernd" von 2012. Regisseur Carlos Gerstenhauer hat Freunde und Weggefährten befragt, darunter Bruno Ganz, Til Schweiger, Doris Dörrie, Michael „Bully" Herbig oder die Hollywood-Schauspielerin Milla Jovovic.
  • 00.30 Uhr folgt das Drama „3096 Tage" über die Entführung von Natascha Kampusch, bei dem Eichinger noch am Drehbuch mitgeschrieben hatte.
Donnerstag:
  • Tele 5, 20. 15 Uhr: Literaturverfilmung „Das Geisterhaus"
  • 22.15 Uhr: Das Drama „Letzte Ausfahrt Brooklyn"
  • 00.15 Uhr: Die Tragikkomödie „Elementarteilchen" nach dem Roman von Michel Houellebecq
Vor den Filmen geben Eichingers Witwe Katja und seine Tochter Nina kurze Einblicke in das Leben und Schaffen des Filmemachers.

Freitag:

  • BR Fernsehen um 22.45 Uhr: "Das Mädchen Rosemarie", eine Neuverfilmung des Filmklassikers von 1958, die Eichinger selbst inszeniert hat.Wer etwas über das Leben Eichingers erfahren will, ist am Mittwoch im BR Fernsehen richtig. (dpa)