Letztes Update am Fr, 26.04.2019 14:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


1930-2019

Schauspielerin Ellen Schwiers mit 88 Jahren gestorben

Die Mutter von Katarina Jacob („Der Bulle von Tölz“) stand 1961/62 als Buhlschaft in Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne.

Ellen Schwiers verstarb nach langer schwerer Krankheit.

© APAEllen Schwiers verstarb nach langer schwerer Krankheit.



Starnberg – Die Schauspielerin Ellen Schwiers ist tot. Sie starb am frühen Freitagmorgen im Alter von 88 Jahren nach langer schwerer Krankheit in ihrem Haus am Starnberger See, wie ihre Tochter Katerina Jacob über ihre Agentur mitteilen ließ. 2015 hatte die aus einer Schauspielerfamilie stammende Schwiers nach 70 Jahren Abschied von der Bühne genommen.

Zuletzt hatte sie an der Seite ihres Bruders Holger Schwiers und ihrer Tochter Katerina in dem Stück „Altweiberfrühling“ in der Komödie im Bayerischen Hof in München auf der Bühne gestanden. Den Abschied von der Bühne sah sie als konsequenten Schritt. Eine Tournee würde sie nicht mehr durchstehen, hatte sie anlässlich ihres 85. Geburtstags gesagt. „Ich will nicht auf die Bühne getragen werden.“ Nach dem Bühnenabschied wollte sie sich ihrer Familie, ihren Hunden und ihrem Garten widmen.

Buhlschaft in Salzburg

Vor allem als Darstellerin großer Frauenrollen hatte sich Schwiers auch im Kino und Fernsehen einen Namen gemacht. Als „Mutter Courage“ tourte sie in Bert Brechts gleichnamigem Stück durch die Lande. Im Rahmen der Salzburger Festspiele stand sie 1961/62 als Buhlschaft in Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ auf der Bühne. „Für eine deutsche Schauspielerin war es damals eine Auszeichnung, in Salzburg auftreten zu dürfen. Leider war die Regie von Gottfried Reinhardt zu modern, so dass die Inszenierung schon nach zwei Jahren abgesetzt wurde“, sagte sie einmal. Mit Shakespeares „Was ihr wollt“ feierte Schwiers dann 1972 ihr Regie-Debüt bei den Burgfestspielen in Jagsthausen in Baden-Württemberg.

Schwiers‘ Sohn Daniel war 1985 an Krebs gestorben, wenige Jahre später starb auch ihr Mann. Die Schauspielerin sagte: „Wenn man erlebt, wie ein 21-Jähriger stirbt, der gerne gelebt hätte, dann kann man das eigene Leben nur als Geschenk empfinden.“

Vor einigen Wochen hatte Schwiers der Abendzeitung gesagt, sie könne nicht mehr laufen, sei bettlägerig, habe bei jeder Bewegung „grauenhafte Schmerzen“ und wolle deshalb sterben. Ihr Leiden sei trotz Schmerztherapie mittlerweile so schlimm, dass sie auch Sterbehilfe in Betracht ziehe. „Darüber habe ich schon mit meiner Tochter gesprochen, das habe ich mir gewünscht“, sagte Schwiers. Ihre Tochter lehne diesen Weg jedoch „leider vollkommen ab“. (APA/dpa)