Letztes Update am Mi, 26.06.2019 15:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozess

Deutsches Pippi-Langstrumpf-Lied verstößt wohl gegen Urheberrecht

„Zwei mal drei macht vier“ – fast jedes Kind kann das Lied von Pippi Langstrumpf mitsingen. Die Erben von Astrid Lindgren haben nun wegen des deutschen Textes geklagt. Sie wollen erreichen, dass sie an den Einnahmen aus dem 1969 geschriebenen Lied beteiligt werden.

"Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt": Die deutsche Fassung des Pippi-Langstrumpf-Lieds könnte bald nicht mehr zu hören sein -  zumindest vorerst.

© AFTONBLADET BILD / Action Press"Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt": Die deutsche Fassung des Pippi-Langstrumpf-Lieds könnte bald nicht mehr zu hören sein - zumindest vorerst.



Hamburg – Das berühmte Pippi-Langstrumpf-Lied „Zwei mal drei macht vier“ verletzt nach Ansicht des Hamburger Landgerichts wohl das Urheberrecht. In einer Anhörung zum Streit um den deutschen Text von Wolfgang Franke erklärte der Vorsitzende Richter am Mittwoch, die Zivilkammer halte den gestellten Unterlassungsantrag der Erben von Astrid Lindgren für aussichtsreich.

ie Erbengemeinschaft Astrid Lindgren AB hat die Filmkunst-Musikverlags- und Produktionsgesellschaft und die Witwe von Franke Ende 2017 verklagt. Die Tochter und Enkel der schwedischen Kinderbuchautorin wollen erreichen, dass sie an den Einnahmen aus dem 1969 geschriebenen Lied beteiligt werden. Ein Urteil will das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt verkünden.

„Der Text von Wolfgang Franke hat ohne Zweifel einen hohen schöpferischen Eigengehalt“, betonte Richter Benjamin Korte. Ob das schwedische Original „Här kommer Pippi Langstrump“ dahinter verblasse, sei streitig. Doch darauf komme es gar nicht so an. Entscheidend sei, dass der deutsche Text den sogenannten Charakterschutz von Pippi Langstrumpf verletze. Er enthalte ganz typische Elemente der literarischen Figur, zum Beispiel das Haus, den Affen, das Pferd, die „Plutimikation“ oder die Erklärung, „ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Sollte das Gericht der Klage stattgeben, könnte das Lied vorerst nicht weiter verbreitet werden, „was sehr schade wäre“, wie Korte versicherte. (APA/dpa)