Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.12.2015


Mieming

Fotoprojekt über Menschen auf der Flucht

© HauserDie Fotografen Peter Schaller (l.) und Thomas Peschel-Findeisen thematisieren den Begriff der Menschlichkeit am Beispiel der aktuellen Flüchtlingsproblematik.Foto: Hauser



Mieming – Die Würde des Menschen ist unantastbar, so heißt es im Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. In ähnlicher Form findet sich diese Aussage in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO wieder. Dass diese Würde millionenfach verletzt, ja mit Füßen getreten wird, davon kann man sich täglich in den Nachrichten überzeugen. Millionen von Menschen sind auf der Flucht vor Hunger, Mord und Totschlag. Tausende von ihnen gelangen nach Europa, das sich, um den eigenen Wohlstand abzusichern, zunehmend abzuschotten beginnt.

Einigen dieser Menschen sind die beiden Münchner Fotografen Peter Schaller und Thomas Peschel-Findeisen begegnet und haben sie porträtiert. Sie haben, wenn man so will, dem Leid ein Gesicht, einen Namen gegeben. Die Interviews mit den fotografierten Flüchtlingen aus dem Irak, Iran, aus Syrien, Somalia, Afghanistan, Pakistan usw. führte Maria Luise Berger. Über personelle Eckdaten hinaus schildern die Befragten die Zustände in ihrer Heimat, formulieren Ängste, Gefühle, aber auch Hoffnungen für die Zukunft. Das Projekt zielt darauf ab, den in die Flucht getriebenen Menschen einen kleinen Teil ihrer Würde zurückzugeben.

Bestenfalls sollten dadurch auch wir Einheimische uns unserer Menschlichkeit bewusst werden und uns die Frage stellen: Wie würden wir ein vergleichbares Schicksal bewältigen? Zu sehen ist das entstandene Fotoprojekt bis 20. Dezember im Mesnerhaus in Mieming. (hau)