Letztes Update am Sa, 12.12.2015 19:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Streetart

Banksy widmet drei Werke dem Flüchtlingsdrama bei Calais

Der britische Streetart-Künstler Banksy hat drei Werke in Calais geschaffen.

Streetart-Künstler Banksy verewigte im "Dschungel"-Camp bei Calais Apple-Gründers Steve Jobs.

© AFP/Philippe HuguenStreetart-Künstler Banksy verewigte im "Dschungel"-Camp bei Calais Apple-Gründers Steve Jobs.



Calais – Der britische Streetart-Künstler Banksy hat sich auf seine Weise mit dem seit Jahren anhaltenden Flüchtlingsdrama im nordfranzösischen Calais beschäftigt: Banksy widmete sich dem Flüchtlingsdrama in drei Werken, von denen eines seit dem Wochenende in dem als „Dschungel“ bekannten Lager an der Zufahrt zum Eurotunnel unter dem Ärmelkanal zu sehen ist, die beiden anderen in Calais selbst.

Das Banksy-Werk im „Dschungel“-Camp ist eine Darstellung des 2011 gestorbenen Apple-Gründers Steve Jobs in seinem typischen schwarzen Rollkragenpullover, einen alten Computer in der rechten und ein Bündel persönlicher Habseligkeiten in der linken Hand. „Oft wird uns vermittelt, Einwanderung schmälere die Ressourcen eines Landes“, erklärte Banksy zu diesem Werk. „Steve Jobs war aber der Sohn eines syrischen Einwanderers“. Und sein Unternehmen Apple habe sich zum „profitabelsten der Welt“ entwickelt.

Als zweites Werk schuf Banksy in Calais eine Variation auf das Ölbild „Das Floß der Medusa“ des französischen Künstlers Gericault. Statt des rettenden Schiffes „Argus“ ist auf Banksys Version eine Autofähre nach dem Modell der Fähren zu sehen, die zwischen Frankreich und Großbritannien über den Ärmelkanal verkehren und für die Flüchtlinge in Calais unerreichbar sind. Auf Banksys Webseite heißt es dazu: „Wir sind nicht alle in demselben Boot.“

Das dritte Werk Banksys ist ein Schwarz-Weiß-Bild auf einem Rettungsposten am Strand von Calais. Es zeigt ein Kind mit wehenden Haaren, das durch ein Fernrohr nach England hinüberschaut. Auf dem Fernrohr hockt ein Geier. Das Bild ist auf Banksys Website wiedergegeben, war am Samstag jedoch hinter einer Holzplanke verborgen, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Dies sei „zum Schutz der Werke des Künstlers“ von der Stadtverwaltung entschieden worden, hieß es zur Begründung. Banksys Werke erzielen zum Teil Preise von mehreren hundert Millionen Euro.

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Von Calais aus versuchen seit Jahren zehntausende Flüchtlinge nach Großbritannien zu gelangen. Immer wieder kam es vor, dass Flüchtlinge beim Eindringen in den Eurotunnel zu Tode gequetscht wurden. In dem improvisierten „Dschungel“-Camp leben meist tausende Flüchtlinge, die Zahlen schwanken stark. (APA/AFP)