Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.08.2017


Osttirol

Albin Eggers „Totentanz“ in Lienz modern interpretiert

Der Grafik-Künstler Frank Furtschegger gestaltete am Eingang des BORG Lienz eine Wand. Dabei ließ er sich von Albin Egger inspirieren.

© BlassnigEine Grafik zeigt Anleihen bei Albin Eggers Totentanz.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Michael Hedwig stellt gerade in der Spitalskirche aus. Einer seiner Studenten der Druckgrafik an der Akademie der bildenden Künste in Wien ist Frank Furtschegger. Beide Eltern des 1990 geborenen Künstlers stammen aus Osttirol. „Meine Familie lebt in Salzburg, doch wir haben unseren starken familiären Bezug zu Osttirol immer gut gepflegt und sind regelmäßig hier“, berichtet er von häufigem Kontakt.

So erklärt sich auch, dass Furtschegger im Jahr 2015 der Förderpreis des Clubs der Osttiroler in Wien zuerkannt wurde. „Auf Empfehlung eben seines Professors Michael Hedwig“, so Club-Mitglied Peter Unterweger, der eine Ausstellung in Lienz unter dem Titel „hinundretour2“ ankündigt, in der Furtschegger mit anderen aus Osttirol stammenden Künstlern seine Werke zeigen wird.

Furtschegger findet in der grafischen Gestaltung auf Wänden Ausdruck. Seit Kurzem trägt eine Wandfläche beim BORG in Lienz seine Arbeit. „Das klassische Graffiti basiert eigentlich nur auf Buchstaben“, führt der Künstler aus. „Daraus hat sich die Street Art entwickelt. Man erzählt in moderner Form Geschichten, malt Porträts oder Tiere.“ Ganz in diese Schublade will er nicht passen, sondern eine ganz eigenständige Bildsprache entwickeln. Zuletzt hat Furtschegger seine Kunstform an einer Wand in Japan hinterlassen. Zuvor hat er Mexiko und Brasilien bereist.

„Für die Wand beim BORG habe ich Referenzen in Osttirol gesucht und mich von Albin Egger-Lienz inspirieren lassen“, erklärt Furtschegger. So zeigt eine geometrische Grafik deutliche Anlehnung an Eggers Totentanz.

Frank Furtschegger bei der Erstellung seiner Arbeit beim BORG in Lienz.
- Blassnig