Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.10.2017


Kunst

Persönliche Weltvermessung

© galerie rhombergClemens Kaletsch: „Childhood“, 2005/06, Öl/Leinwand.Foto: Galerie Rhomberg



Innsbruck – Zehn Jahre ist es her, dass Clemens Kaletsch in der Galerie Rhomberg ausgestellt hat. Im Zentrum seiner neuen Schau hängt ein großformatiges Bergbild. „Eine sehr persönliche Arbeit“, wie der 60-Jährige sagt, an der er mehrere Jahre gearbeitet habe. Die Wirklichkeit ist hier ausgeblendet, der Berg wird zur Metapher für das Ewige, das Archaische, für Sehnsüchte unterschiedlicher Art.

Kaletsch ist es wichtig, dass jeder „sein Bild“ sieht. Um seine Vermessung der Welt als offene Denkräume anzulegen, die voller Geheimnisse sind. Bisweilen tauchen auch schemenhafte Figuren in diesen auf großen und kleinen Papieren und Leinwänden ausgebreiteten Tableaus auf. Ihr Woher und Wohin ist ungewiss, oft befinden sie sich im Zustand des Dazwischen. Als Maler ist für Kaletsch die Farbe von zentraler Wichtigkeit, zelebriert in toniger Tristesse genauso wie fröhlicher Buntheit. In der Form von kleinen, weiß glasierten Skulpturen treten einige Figuren aus den Bildern in die dreidimensionale Wirklichkeit, ohne ihr Flair des Rätselhaften zu verlieren. (schlo)