Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 23.04.2018


Innsbruck

Verdammt zu lasziver Schönheit

© artdepot„Pietà“ à la Peter Ranneburger im Innsbrucker artdepot. Foto: artdepot



Für den Osttiroler Maler und Grafiker Peter Ranneburger ist das Androgyne der Idealtyp, weil sich für ihn hier das Gute wie das Schlechte beider Geschlechter vereine. Folglich macht er ein bekanntes amerikanisches Transgendermodel zum Inhalt seiner neuen Bilder, die er neben solchen älteren Datums — u. a. schön gezeichnete von sich selbst — im Innsbrucker artdepot zeigt. Es sind eigentlich Collagen, etwas zu spekulativ arrangiert um das gescannte Gesicht des Models in der typischen Pose eines hl. Sebastian, der Pietà oder der Maria Magdalena. Ihre Gesichter sind bewusst provokant lasziv, die Malerei auf braune Holzfaserplatten ist gestisch spontan, zelebriert allein mit den (Nicht-)Farben Schwarz und Weiß. (schlo)

Artdepot. Maximilianstraße 3, Innsbruck; bis 25. Mai, Di—Fr 11—18 Uhr, Sa 10—13 Uhr