Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.05.2018


Ausstellung

Wunderbares Dings für Hausmänner

© DingsIn der Galerie Tausch: Kunstkammerstück à la Nicolas Dings.



Der Niederländer Nicolas Dings ist ein Künstler, der mit seinen exquisiten Objekten in regelmäßigen Abständen in der Innsbrucker Galerie Dieter Tausch auftaucht. Sehr zur Freude nicht nur von Hausmännern, obwohl der mit einer wunderbar schrägen Fantasie begabte Dings die mit „casalingo" betitelte aktuelle Schau offensichtlich diesen widmet.

Seine nach Innsbruck mitgebrachten, meist aus Bronze gemachten Objekte passen jedenfalls fabelhaft in das Antiquariat, dessen Anhängsel die Galerie letztlich ist. Indem er etwa auf ein mit alten Wälzern vollgestopftes Regal ein Ding gelegt hat, das fast wie ein Buch daherkommt, in Wirklichkeit aber eine Skulptur ist. „Aufgeschlagen" ist eine Seite, auf der eine der kleinen Velasque'schen Infantinnen zu sehen ist, „gemalt" in bunter Keramik. Auf einer hohen Stele daneben steht eine ganz in sich versunken ein Buch lesende schön bunte Nackte, eine andere wiederum braucht nur ein Bein, um elegant zu sein, und das in Nachbarschaft eines flotten Vierers bzw. eines Vogels, der es mit einem Hasen treibt.

Seine Ideen kämen ihm beim Zeitunglesen, sagt Dings. Um die großen Themen des Lebens bzw. Probleme unserer Zeit zu skurrilen Kunstkammerstücken zu verdichten. Wenn er etwa die aktuelle Flüchtlingsproblematik auf ein Schwein verkürzt, das eigentlich eine große Tasche ist. Dass damit jene gemeint ist, die die meist kein Schwein essenden Flüchtenden mit sich tragen, ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber typisch für die Art von Nicolas Dings, über die Welt nachzudenken. ( Edith Schlocker)

Galerie Dieter Tausch. Adolf-Pichler-Platz 12, Innsbruck; bis 9. Juni, Mi—Fr, 15—18 Uhr.