Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.05.2018


Osttirol

Spendabler Erbe beschenkt Lienz

Künstler Frederick Jaeger (1895–1980) malte auch in Osttirol. Nun kommen drei Bilder retour.

© Peter UnterwegerMalersohn Georg Jaeger schenkte dieses Bild, das ihn als Achtjährigen zeigt, dem Leopold Museum. Lienz bekommt nun drei Werke. Foto: Unterweger



Von Catharina Oblasser

Lienz, Sillian – Die Stadtgemeinde Lienz darf sich über drei Gemälde mit großem Osttirol-Bezug freuen. Sie stammen vom in Wien geborenen Maler Frederick Jaeger (1895–1980), der viel Zeit in Sillian verbracht hat und dort auch Motive und Inspirationen für seine Gemälde fand. Als Sohn jüdischer Eltern musste Frederick Jaeger 1938 Österreich verlassen. Er ließ sich in Kansas City nieder und machte dort als Illustrator und Maler Karriere.

Wie es der Zufall so will, lernte Fredericks Sohn Georg, geboren 1926, als Kind in Sillian Günther Goller kennen. Goller, der mittlerweile verstorben ist, war in Wien bis zum Stadtrat aufgestiegen. Den Kontakt zu seinem Freund aus Kindertagen hielt er aber stets aufrecht. Und so kam es auch zur Schenkung der drei Jaeger-Bilder an die Stadtgemeinde Lienz.

Schon 2017 hatte Malersohn Georg Jaeger über die Vermittlung Gollers eine Schenkung gemacht: Das Leopold Museum in Wien hatte ein Porträt von Georg, das ihn als achtjährigen Buben zeigt, sowie das Bild „Der Rabe“ erhalten. Mit der Lienzer Schenkung knüpft der Malersohn das Band zur früheren Heimat seines Vaters noch fester.

Noch bevor die Familie Jaeger in die USA emigrierte, entstanden zwei der drei Bilder, die der Stadt Lienz übergeben wurden. 1936 fertigte Frederick Jaeger in Sillian Porträts eines Schützen in typischer Tracht, wie sie auch heute noch getragen wird, und einer jungen Frau, ebenfalls in Tracht. Das dritte Bild, eine Ortsansicht von Sillian, entstand erst nach der Emigration.

„Die drei Werke sind mittlerweile in Lienz angekommen“, berichtet Silvia Ebner, Leiterin des städtischen Museums Schloss Bruck. Sie werden bald der Öffentlichkeit präsentiert, ein genauer Termin stehe noch nicht fest, so die Museumsleiterin.