Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.06.2018


Bezirk Imst

Benediktinischer „Minimundus“ im Stift

Eine Ausstellung im Neuen Kreuzgang des Stiftes Stams zeigt das 50-jährige künstlerische Schaffen von Pater Martin Mayrhofer aus Seitenstetten.

© dornDie Ausstellung im Stift Stams.



Stams – Bleistift, Feder, Pinsel, Nadel, Stemmeisen … – die Palette an künstlerischen Ausdrucksweisen des Benediktinermönchs und Kustos der Stiftssammlung aus dem Stift Seitenstetten könnte wohl schwerlich breiter sein. Nur das Schweißen hat er irgendwann wieder sein lassen. Und das, obwohl er sogar die Druckerpresse für seine Lithographien selbst angefertigt hat. „Die Vielfalt ist gekommen, weil ich mich immer auf den Unterricht habe vorbereiten müssen“, erklärt der künstlerisch umtriebige Pater und ehemalige Lehrer für Deutsch und Bildnerische Erziehung am Stiftsgymnasium von Seitenstetten. So wurde ihm im Laufe der Jahrzehnte ein derartig breites Interessengebiet erschlossen, das ihn auch heute noch – nach über einem halben Jahrhundert des künstlerischen Schaffens – ständig die Werkzeuge wechseln lässt.

„Pater Martin Mayrhofer ist ein Kleinmeister, der auch das Große in ein kleines Format bringt und gerade dadurch das Große unterstreicht“, ließ zur Vernissage Laudator Leo Andergassen, Direktor von Schloss Tirol, den roten Faden durch das bunte Schaffen des Benediktiners sichtbar werden. Ein „Minimundus seiner Arbeit“ findet sich nun im Neuen Kreuzgang des Stiftes Stams. Neben den Reliefschnitzereien, die Szenen aus dem Evangelium zeigen, beinhaltet die Schau vor allem Schwarz-Weiß-Radierungen mit Motiven aus dem Ordensalltag und farbige Landschaftsbilder in Aquarell und Öl. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. September jeweils am Samstag von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr sowie am Sonntag, ebenfalls von 14 bis 17 Uhr, zu besichtigen. (ado)

Abt German Erd (u. l.) hieß den Künstler Pater Martin Mayrhofer (r.).
- Dorn