Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.06.2018


ausstellung

Gemischter Satz

© linkeZwei- und Dreidimensionales von Gert Linke in der Innsbrucker Galerie Nothburga.Foto: Galerie Nothburga



Innsbruck – Wenn mehrere Rebsorten zusammen angebaut und nach der gemeinsamen Lese auch gemeinsam zu Traubenmost gekeltert und vergoren werden, nennt man das einen „gemischten Satz“. Da Szilvia Ortlieb und Gert Linke nicht nur gern gemeinsam ausstellen, sondern das, was sie da zeigen, auch sorgsam aufeinander abstimmen, geben die gebürtige Ungarin und der Niederösterreicher ihrer Ausstellung in der Innsbrucker Galerie Nothburga den Titel „Gemischter Satz“.

Zwei Positionen stehen sich da gegenüber, die sich irgendwie gleichen und doch komplett unterschiedlich sind. Ist Linke doch ein unverbesserlicher Ironiker, wie sein Objekt „Schnee am Kilimandscharo“ zeigt, das eigentlich ein Rucksack ist, der wie ein Berg daherkommt und dessen „Schneekappe“ langsam schmilzt. Bildnisse einer sehr speziellen Art sind die, die er von sich und seiner Kollegin gemacht hat. Indem sie auf die Umrisse ihrer Hinterköpfe reduziert sind, also die Wand anschauen. Gezeichnet mit Graphit auf Karton und farblich delikat eingehüllt in Schellack. In anderen Arbeiten spielt Link­e im Zwei- wie Dreidimensionalen mit Teilungen, die in der Zusammenschau wieder zu einem Ganzen werden.

Szilvia Ortlieb lässt Wolkiges aus Papiermaché von der Decke baumeln, umhängt von großen Bildern, die zu winzigen Kringeln seriell aufgelöste „land : schaften“ sind. Reizvoll sind die Spiele der Künstlerin mit Assoziativem. Wenn sie etwa einen acht Meter langen Gartenschlauch zu einer Skulptur wickelt, die allerdings aus Keramik ist. Oder einen Stapel kleiner Blätter auf einen Sockel legt, die aus feinstem weißen Porzellan gemacht sind. (schlo)