Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.07.2018


Osttirol

Osttiroler Kunsthandwerk stellt auf Schloss Bruck aus

Zehn Manufakturen haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Man will neue Kunden ansprechen.

© Blassnig



Von Christoph Blassnig

Lienz – Im Museumsshop ausstellen und damit ganz neue Verkäuferschichten ansprechen: Dieses Ziel verfolgen die zehn Kunsthandwerksbetriebe der Dachmarke „Osttiroler Manufakturen“. Museumsleiterin Silvia Ebner sieht eine Synergie: „Wir haben auf unserer Gastterrasse immer schon Kräuter angepflanzt und gepflegt“, meinte Ebner bei der Vorstellung des gemeinsamen Projektes. „Jetzt haben wir zusätzlich eine Kräuterspirale vor unserem Haupttor, die Kunstschmied Eduard Moser gefertigt hat. Die Garten- und Ziergefäße darin stammen von Beatrix und Josef Dichtl, die in Virgen ihre Keramikmanufaktur betreiben.“ Im Museum sei von Kunst und Handwerk die Rede. Gleiches gelte für die Fertiger aus der Region, die heute ihren kreativen und handwerklichen Begabungen in vielerlei Form Ausdruck verleihen würden.

Sprecher des Vereines der Osttiroler Manufakturen ist Stefan Wurzer. Er sieht in der gemeinsamen Verkaufsplattform eine große Chance für den Einzelnen: „Wir dürfen zeigen, was Osttiroler Handwerk leisten kann. Wir verbinden Bekanntes und ganz Neues.“ Eine Jungunternehmerin ist etwa Sarah Grafmüller aus Kals. Zu ihrer Kleinstlandwirtschaft auf 1500 Metern Seehöhe hat sie für sich im Handwerk ein zweites finanzielles Standbein geschaffen: Sie schnitzt. Und das im ganz Großen, mit der Motorsäge – und im ganz Kleinen, wenn sie aus Hirschhorn Schmuck wie Anhänger und Armbänder fräst und mit Edelsteinen verziert.

Das Museum im Schloss Bruck habe den Vorteil, dass eine große Anzahl von Menschen auf die lokalen Erzeugnisse aufmerksam wird, sind die Handwerker sicher. Denn an guten Tagen im August zählt man auf Schloss Bruck bis zu eintausend Besucher am Tag. Im Shop sind die Produkte ab sofort ausgestellt und zum Teil käuflich zu erwerben.

Sarah Grafmüller bringt es auf den Punkt: „Wenn ich mit meinen Erzeugnissen daheim am Bergbauernhof bleibe, weiß in zehn Jahren noch niemand, was ich dort mache.“ Auch große Erzeugnisse wie eine Feuerschale sind erhältlich. „Fast jeder von uns hat eine Produktausstellung in der Werkstatt“, erklärt Stefan Wurzer. „Wir zeigen hier, was in Osttirol in Handarbeit entstehen kann. Wir stellen den Kontakt zu neuen Käuferschichten her und bieten das ganz Besondere.“