Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.07.2018


Bezirk Kitzbühel

30 Prozent Mehrkosten lassen Gemeinderat kalt

Bereits bei der ersten Etappe des Museums-Umbaus in Kitzbühel gab es eine Kostenüberschreitung von knapp 60.000 Euro.

© Harald AngererDas Museum Kitzbühel wird in den kommenden Jahren modernisiert und saniert. Die Gesamtkosten betragen knapp 1,5 Mio. Euro. Doch schon beim ersten Bauabschnitt gab es eine Kostenüberschreitung.Foto: Angerer



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Es ist eines der kulturellen Aushängeschilder der Stadt, und durch den Umbau und die Erweiterung der Bezirkshauptmannschaft hat das Museum Kitzbühel mehr Platz bekommen. Heuer haben nun die Bauarbeiten zur Erweiterung und Modernisierung des Museums begonnen. Geplant sind drei Abschnitte für die Bauarbeiten, welche dann im Jahr 2020 abgeschlossen sein sollen. Heuer waren dafür 200.000 Euro im Budget der Stadt vorgesehen. Am Montagabend musste nun der Gemeinderat bereits eine Kostenüberschreitung bei der ersten Baustufe absegnen.

Denn nicht wie geplant 200.000 Euro werden heuer ausgegeben, sondern knapp 260.000 Euro. Eine satte Kostenüberschreitung von 30 Prozent, dennoch blieb im Gemeinderat der Aufschrei aus. Lediglich FPÖ-Gemeinderat Bernhard Schwendter ließ die Überschreitung keine Ruhe. „Ich habe die alte Stiege vor 25 Jahren noch mit der Hand hochgeschleppt“, sagt Schwendter, der damals am Bau beteiligt war, und wundert sich, warum man nun einen Kran gebraucht hat. Die Ausschreibung sei aber eine recht simple Sache gewesen, es stelle sich ihm deshalb die Frage, warum man nun dennoch die Kosten überschritten habe.

Als Begründung wurde von der Bauaufsicht angeführt, dass es einige Überraschungen gegeben habe. So musste das alte Stiegenhaus herausgeschnitten werden, dies sei mit zusätzlichen Kosten verbunden gewesen, auch hätten der Kran und das Sicherungsgerüst höhere Kosten verursacht. Bürgermeister Klaus Winkler (ÖVP) betonte auch, dass nun Baumaßnahmen erfolgt seien, die in den nächsten Etappen nicht mehr gemacht werden müssten.

Auch Vizebürgermeister Walter Zimmermann (SPÖ) schlug in dieselbe Kerbe. „Der Kulturausschuss hat sich die Bauarbeiten vor Ort angesehen“, sagt Zimmermann. Er spricht ebenfalls von „satten Mehrkosten“, die aber nachvollziehbar seien. Die Mehrkosten wurden dann letztendlich vom Gemeinderat dennoch einstimmig abgesegnet.




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