Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.01.2019


Bezirk Imst

Zauner und Zauner mit brüderlicher Schau in Imst

Erstmals hängen die Werke von Karl und Albin Zauner in trauter Zweisamkeit nebeneinander. Die Hörmann-Galerie lädt nach Imst.

 Brücke aus Spänen.

© Zauner&Zauner Brücke aus Spänen.



Von Thomas Parth

Imst – Am kommenden Donnerstag, den 24. Jänner, lädt die Städtische Galerie Theodor von Hörmann nach Imst. Erstmals werden die Brüder Karl und Albin Zauner in einer gemeinsamen Ausstellung ihre Werke präsentieren.

Im Jahre 1988 brachte der 1951 in Silz geborene Künstler Karl Zauner seinen ersten Kunstkatalog heraus. Skurrilerweise benannte Zauner dieses Werk mit dem Titel „Kommt Zeit – kommt Unrat“. In der Hoffnung, dass ihm trotz allen künstlerischen Tuns der Humor nicht abhandenkommen möge, schrieb sich der Oberländer Künstler ein Goethe-Zitat ins Stammbuch. In Goethes Faust heißt es: „Von allen Geistern, die verneinen, ist mir der Schalk am wenigsten zur Last.“ Diesem Leitsatz folgte Zauner weitere 30 Jahre, denn seinen Humor hat er auch heute definitiv nicht verloren.

Karl Zauners „Heaven Metall Concert“.
Karl Zauners „Heaven Metall Concert“.
- Zauner&Zauner

Doch Karl vermochte nicht zu ahnen, dass besagter Schalk seinem ebenfalls künstlerisch tätigen jüngeren Bruder Albin genauso über Jahre im Nacken sitzt.

1964 in Innsbruck geboren, tat es Albin seinem Bruder gleich und studierte ebenfalls Malerei und Graphik an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ein Aufbaustudium für Bildnerisches Gestalten und Therapie lenkte seine berufliche Tätigkeit in die Richtung eines Kunsttherapeuten.

Albin Zauners Werk aus der Serie Faserwelt.
Albin Zauners Werk aus der Serie Faserwelt.
- Zauner&Zauner

Beide Zauners sind auf einem Bauernhof aufgewachsen. Sie kennen die Natur in ihrer schroffen Schönheit und haben unmittelbar das in jeder Beziehung fordernde und entbehrungsreiche Bauernleben kennen gelernt. In einer Zeit, in der die Natur nur allzu gerne als Kulisse missbraucht wird, fühlen sich die Zauner-Brüder dazu verpflichtet, der Gesellschaft die Augen zu öffnen. Ihr kritischer Kunstansatz geht über das Analysieren hinaus und verschmilzt dabei Kritik mit Fantasie und Wirklichkeit. Es entstehen beseelte Bilder der Erkenntnis, erfüllt von Humor, einnehmender Poesie und stets getragen von der Hoffnung auf die Lernfähigkeit der Menschheit.

Am Vernissagenabend nimmt Kulturreferent Chris­toph Stillebacher die Begrüßung vor. Zur Ausstellung „Analog, Monolog, Dialog“ referiert Karl Zauner. Die Musik steuern Reinhard Tamerl und Alexander Rankl bei.

Im Rahmenprogramm zur Ausstellung wird am 9. Februar um 19 Uhr die Frage „Zaun für Europa?“ erörtert. Am 16. März um 18 Uhr findet die Finissage statt. Ein Vortrag mit anschließendem Künstlergespräch von und mit Albin Zauner über die erzählerischen Potenziale der zeichnerischen Mittel werden die Ausstellung beenden.

„Trendy Rocks“ oder „Ballermannfelsen“.
„Trendy Rocks“ oder „Ballermannfelsen“.
- Zauner&Zauner