Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Bezirk Schwaz

„Mit der Wurzel innig befassen“

Vor den Haustüren vieler Weerberger ziehen Wurzelkrippen die Blicke von Spaziergängern auf sich. Der bekannte Krippenbauer Hans Knapp hatte die Idee zur besonderen Ausstellung.

Vor 13 Haustüren am Weerberg stehen handgefertigte Wurzelkrippen. Die Ausstellung der besonderen Art geht noch bis 2. Februar.

© AngererVor 13 Haustüren am Weerberg stehen handgefertigte Wurzelkrippen. Die Ausstellung der besonderen Art geht noch bis 2. Februar.



Von Eva-Maria Fankhauser

Weerberg – Während vielerorts im Bezirk bunte Beleuchtungen die Häuser oder Bäume im Garten zieren, haben einige Weerberger heuer auf anderen Schmuck zur Winterzeit gesetzt. Vor ihrer Haustür ziehen Wurzelkrippen die Blicke von Spaziergängern auf sich.

Der bekannte Krippenbauer Hans Knapp hatte die Idee zur besonderen Ausstellung. „Es soll eine Alternative zum Christbaum und dem Glimmerschmuck am Haus sein. Ich habe da prinzipiell nichts dagegen. Aber die Wurzelkrippen sollen einfach auf das alte Weihnachtsgeschehen hinweisen“, sagt der Weerberger. Die Tradition, dass man seine Tür öffne und die Leute kommen, um die hauseigene Krippe in der Stube anzusehen, die sei verflossen, sagt der Krippenbauer. „So sehen die Leute Krippen beim Spazierengehen“, sagt er.

Insgesamt 13 Stück hat er in naher Umgebung am Weerberg installiert. „Es ist gar nicht einfach, einen passenden Wurzelstock zu finden“, sagt Knapp. Ein paar der Krippen hat er auch aus Kirsch- oder Apfelbaum­strünken geschnitzt. „Die wären sonst zum Abfall geworden“, sagt er. Etwa 20 bis 30 Stunden arbeitet er an einer solchen Krippe. „Das kommt darauf an, ob nur die Heilige Familie Platz hat oder ich auch noch einen Ochsen, Esel, Engel oder auch die Heiligen Drei Könige unterbringe“, sagt Knapp. Er schnitzt mit viel Leidenschaft und Freude. „Das ist das Schöne am Wurzelkrippenschnitzen: Man muss sich mit der Wurzel innig befassen und sehen, was man daraus machen kann“, sagt er.

Bis Lichtmess, 2. Februar, sind die Krippen am Weerberg im Bereich der Wegscheid-Kapelle in der Nähe des Schwannerwirtes noch zu sehen.




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