Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.03.2019


Osttirol

Debanter Passion: Kreuzweg in Bild, Wort und Klang

Die Wallfahrtskirche Obermauern ist Schauplatz einer Aufführung der Debanter Passion, die in Pinzgauer Mundart verfasst ist.

Alois Faschings Kreuzwegstationen haben die Autorin Barbara Rettenbache­r zur Debanter Passion in Mundart inspiriert.

© Alois FaschingAlois Faschings Kreuzwegstationen haben die Autorin Barbara Rettenbache­r zur Debanter Passion in Mundart inspiriert.



Von Christoph Blassnig

Virgen – Die Debanter Passion ist in Pinzgauer Mundart verfasst. Die in Niedernsill lebende Dichterin Barbara Rettenbacher-Höllwerth schuf einst die Texte, inspiriert und tief beeindruckt von den Kreuzwegstationen in der Debanter Kirche, die wiederum der Dölsacher Holzbildhauer Alois Fasching im Jahr 2000 geschaffen hat.

„Eine Fügung, die uns alle zusammengeführt hat“, meint Ilse Maria Grießen­auer, Sopranistin aus Leogang. Bildhauerei, Dichtkunst, Komposition, Gesang und ein außergewöhnliches Harfenspiel lassen die Debanter Passion entstehen. Seit der Uraufführung in der Debanter Kirche im Jahr 2010 tragen bis heute dieselben Künstler den von Theodor Burkali vertonten Leidensweg vor: Christa Maria Lukatsch spielt die Harfe, Grießenauer singt. Am Samstag, 6. April, ist die Wallfahrtskirche Obermauern in Virgen Schauplatz einer weiteren Aufführung. „Die bildhafte Sprache bereitet einen emotionalen Kreuzweg von Hass und Verhetzung, den das Harfenspiel noch rhythmischer, dramatischer und trauriger werden lässt“, erzählt die Sängerin. Die Passion verlange den beiden Musikern einiges ab. „Es wird gerufen und geschrie­n. Die Harfe muss richtiggehend angeschlagen werden“, berichtet Grießenauer. Im nächsten Jahr könnte der Leidensweg erneut in Debant aufgeführt werden. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich Osttiroler Musiker des Stückes annehmen würden“, sagt die Sopranistin, die auch eine Osttiroler Dialektvariante befürworten würde.

In Obermauern liegen zum besseren Verständnis der Mundartdichtung die Texte auf. Eine Einführung zeigt vorab die Kreuzwegbilder, dazu werden Gedanken des verstorbenen Pfarrers Toni Mitterdorfer vorgetragen. Beginn ist um 19 Uhr, Eintritt sind freiwillige Spenden.