Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 08.04.2019


Bezirk Imst

Kaiser Max als Diplomat und Jäger in Stams

Stift Stams war 1497 Schauplatz des Friedenstreffens zwischen Maximilian und dem Osmanischen Reich. Die Schau dazu startet am 13. April.

Kuratorin Nadine Kuppelwieser vor der riesigen und beeindruckenden „Ehrenpforte“ Maximilians.

© PaschingerKuratorin Nadine Kuppelwieser vor der riesigen und beeindruckenden „Ehrenpforte“ Maximilians.



Stams – Noch wird an der Sonderausstellung im Stift Stams gefeilt: Zettel markieren teils die Plätze, an denen Exponate, Bilder und Schautafeln ab kommenden Samstag angebracht werden. Aber einiges macht bereits Lust auf „… Im Fried, vnnd Einigkeit …“. So nennt sich nämlich eine ganz besondere Ausstellung im Maximilian-Jahr: Sie behandelt eine der außergewöhnlichsten und wohl exotischsten Begebenheiten, die das Oberland vor mehr als 500 Jahren je gesehen hatte – das Friedenstreffen zwischen dem römisch-deutschen König Maximilian und Vertretern des osmanischen Sultans Bajezid II. auf der Wiese vor dem heutigen Stift Stams im Sommer des Jahres 1497.

„Vertreten waren dabei auch mehrere deutsche Kurfürsten und Bischöfe, der Legat Papst Alexanders VI. sowie Gesandtschaften aus Venedig, Mailand, Neapel und Spanien“, erklären die Kuratoren der Schau, Nadine Kuppelwieser und Michael Anderl. Diese „große Welt“ traf sich im Oberinntal, um dort den Grundstein für einen Frieden zwischen der abendländischen Christenheit und dem Osmanischen Reich zu legen. „Dieser im Jahr darauf in Istanbul unterzeichnete Friedensvertrag überdauerte den Tod Maximilians und Bajezids. Mit dem ersten ungarischen Feldzug und der Einnahme Belgrads 1521 durch Sultan Süleyman I. war er jedoch endgültig beendet“, beschreiben die beiden die große Tragweite des in Stams ausgearbeiteten Vertrags.

Die Ausstellung beleuchtet nicht nur das Verhältnis Maximilians zum Stift Stams (seine zweite Frau Bianca Maria Sforza wurde dort begraben), sondern widmet sich auch seiner Türkenpolitik, aber auch der Jagd als Mittel der höfischen Diplomatie. Denn während etwa 1815 der Wiener „Kongress tanzte“, wurde 1497 in Stams gejagt.

Natürlich öffnete Abt German Erd für diese Ausstellung auch die Stamser Schatzkammern, was die Dürer-Werke betrifft, die wahrscheinlich Kaiser Max mitgebracht hatte. Zu sehen ist auch die riesige „Ehrenpforte“, aber auch das den Tirolern gewährte Landlibell. (pascal)




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